Wenig geteerte Strassen, Tankstellen, Supermärkte, Menschen und Handyempfang – dafür viiiieeel Natur

Lang, lang ist’s her, dass wir von uns haben hören lassen – das liegt nicht daran, dass wir keine Lust hatten uns zu melden, sondern schlicht und einfach am mangelnden Handyempfang! So ein Funkloch haben wir beide noch nie erlebt – aber der Reihe nach… DSC03723_CapeLeveque Von Broome aus sind wir nach Norden ans Cape Leveque gefahren oder besser gesagt geholpert. Was für eine üble ungeteerte Piste. Belohnt wurden wir mit einem menschenleeren Strand am Cape und einem leuchtend roten Sonnenuntergang über den Klippen. DSC03729_CapeLevequeDSC03736_CapeLeveque DSC03733_CapeLevequeDSC03738_CapeLeveque Okay, und einem fantastischen Stück Mango-Cheesecake… DSC03752_CapeLeveque Immerhin 5 Minuten Kultur gab’s auch – die Sacred Heart Church in Beagle Bay ist innen komplett mit Muscheln geschmückt. DSC03753_CapeLeveque Je weiter weg von einer grösseren Ortschaft desto höher ist die Chance, Autos in verschiedenen Stadien der Verrottung zu sehen. DSC03704_CapeLeveque Ein besonders weit fortgeschrittenes Exemplar ist auf diesem Suchbild zu sehen- Motto: finde ein identifizierbares Teil des Motors ;-) DSC03761_CapeLeveque Zurück in Broome haben wir Nicky und Roy mit Baby Kevin wieder getroffen, die wir ja in Geraldton dank ihres Zürcher Nummernschilds kennen gelernt hatten. Seither sind wir zu Fünft unterwegs, bekochen uns gegenseitig und wir schauen uns das ein oder andere von den erfahrenen Weltreisenden ab. Nebenbei betätigen wir uns auch als Teilzeit-Babysitter und bespassen den kleinen Kevin. DSC03816_KimberleysLennardRiverDSC03784_Broome DSC03784-2_Broome Bevor wir uns in die Kimberleys aufgemacht haben, mussten wir beide Autos bis zum Rand mit Essen und Getränken füllen, für die nächsten 17 Tage sollten wir nun nämlich keinen Supermarkt mehr zu Gesicht bekommen sondern nur noch hoffnungslos überteuerte Tankstellenshops, in denen man für eine Tafel Schokolade gerne mal 7$ zahlen kann. Die Preise für Diesel sind auch entsprechend gestiegen – in Perth kostete der Liter noch 1.65$, hier am Ende der Welt steigt der Preis dann gern auch mal auf 2.50$. DSC03895-5_KimberleysKalumburu Die Kimberleys sind ein ein Gebiet, mindestens so gross wie die Schweiz, durch das die Gibb River Road führt. Befahrbar ist diese Strasse nur mit Allradantrieb und wirklich stabilen Reifen, es ist nämlich mehr eine rüttelnde Schotterpiste mit vielen Flussdurchquerungen als eine mitteleuropäische Strasse. Manchmal wurde es im Auto so laut, dass wir uns nur noch anschreien konnten. Ein Powerplate brauchen die Leute dort jedenfalls definitiv nicht! DSC03805-3_KimberleysLennardRiver Der holprige Weg lohnt sich aber definitiv, es gibt wunderschöne Landschaften, Schluchten, Flüsse, Wasserfälle… DSC03790-2_KimberleysWindjanaGorge DSC03790-1_KimberleysWindjanaGorge DSC03792_KimberleysWindjanaGorge DSC03798_KimberleysWindjanaGorge  In der Windjana Gorge hatten wir unsere erste Begegnung mit Krokodilen – bisher nur in der kleinen und nicht so gefährlichen Süsswasser-Version.   An den vielen Flüssen gibt es immer wieder kleine Campgrounds, auf denen man sogar gratis sein Lager aufschlagen darf.

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Ein besonders schöner Platz hat uns inspiriert – wir haben Schweizer Zopf und Kuchen über dem Feuer gebacken und Christoph und Roy in einem kreativen Anfall mithilfe eines elektrischen Bartschneiders und meiner kleinen Nähschere die Haare geschnitten. Nicky und ich waren mit dem Ergebnis auf alle Fälle zufrieden – plus haben wir alle Tränen gelacht, hat sich also gelohnt!

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Unsere Wanderschuhe kamen ziemlich oft zum Einsatz, die meisten Schluchten muss man sich nämlich erwandern. Dafür wartet am Ende meist ein Wasserfall und ein paar kühle Pools auf uns und nach einem erfrischenden Bad fällt der Rückweg dann auch wieder leichter.

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Besonders anstrengend war die Wanderung zu den Mitchell Falls – es war wahnsinnig heiss, ziemlich steinig und vor allem weit. Wir wussten jedenfalls hinterher, warum die meisten Leute die horrenden Preise für den Hubschrauberflug zu den Wasserfällen bezahlen…

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Christoph hat besonders viel Spass an den vielen Flussdurchfahrten und den teilweise ziemlich anspruchsvollen 4×4-Tracks. Ich versuche währenddessen die Fassung zu wahren und nicht vom Sitz zu fallen. Über das Ende der Schotterpiste und den anschliessenden Teer habe ich mich dementsprechend auch deutlich mehr gefreut als Offroad-Chrissie!

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Wie viele von euch wissen, ist Chrissie grosser Fan des Fernsehsenders DMAX und ganz besonders der Serie „The Outback Truckers“. Die Serie zeigt einige australische Roadtrain-Chauffeure auf ihrem Weg durch Australien. Einer der Fahrer hatte es ihm ganz besonders angetan  – in jeder Folge steckte er knietief im Schlamm auf seinem Weg nach Kalumburu, wirklich in JEDER Folge. Jedenfalls haben wir uns immer gefragt, wo dieses Nest wohl liegt. Und siehe da, es ist in den Kimberleys!

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Die Gibb River Road selbst ist ja schon ziemlich abgelegen, Kalamburu ist in Sachen Abgelegenheit nochmal eine ganz andere Liga. Es sind weitere 260km über eine noch miesere Piste, bis man dann in diesem Kaff am Ende der Welt steht. Ausser einem Laden, der Polizeiwache und ein paar Häusern gibt es noch eine katholische Mission mit angeschlossenem Campingplatz. Als wir dort vorgefahren sind, konnten es zwei der Missionsmitarbeiter kaum fassen, dass ihnen da Landsleute auf den Hof gefahren sind. Reisen wir also bis ans absolute Ende der Welt und treffen mal wieder Schweizer… Das Kalumburu-Thema können Chrissie und ich jetzt auf alle Fälle abhaken, wir waren da, müssen aber nicht wirklich nochmal hin ;-)

Christoph hat seine Qualitäten als Babysitter inzwischen verfeinert und hat in Kevin einen kleinen Fan gewonnen.

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Zurück auf der Gibb River Road und auf der Suche nach einem idyllischen Plätzchen für die Nacht haben wir das Flüsschen Russ Creek entdeckt. Der Campground oberhalb des Flusses erschien Offroad-Chrissie aber zu banal, er hat ein paar Reifenspuren entdeckt, die über den Fluss auf eine kleine Sandinsel führten. Roy und er waren sich schnell einig, dass die Flussdurchquerung easy machbar ist. War sie auch. Leider war der Sand auf der anderen Seite aber nicht so fest und befahrbar wie er aussah… Im Gegenteil.

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Als Christoph mit Idefix über den Sand gefahren ist, hat der Untergrund plötzlich Wellen geschlagen (!!) und Idefix ist richtig amtlich abgesoffen. Mit der Vorderachse steckte das Auto innerhalb weniger Augenblicke bis zur Stossstange im Matsch – und zwar bombenfest. Offensichtlich gab es eine Art unterirdischen Fluss unter der Sandoberfläche.

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Zum Glück waren wir nicht allein unterwegs und zum Glück hatten sowohl wir als auch Nicky und Roy jede Menge Abschleppseile und Sandbleche. Anfangs waren wir sehr zuversichtich, dass Gandalf, der Landcruiser unserer beiden Mitreisenden den armen Idefix zackig wieder befreien würde. War eine nette Theorie, in der Praxis stecke Idefix absolut unverrückbar im Matsch.

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Zu Hilfe kam uns dann noch ein Australier, der mit vier weiteren Sandblechen anrückte. Chrissie, Roy und der Australier haben daraufhin stundenlang geschaufelt und geackert, es tat sich aber rein gar nichts.

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Erst als wir unseren Airjack ausgepackt haben, war die Rettung dann in greifbarer Nähe. Der Airjack ist eine Art Riesenluftballon, den man mit dem Kompressor aufpumpt und der das Auto anhebt. Insgeheim dachte Chrissie schon, dass er das Ding umsonst gekauft hatte, endlich kam es also zum Einsatz! Das Auto konnten wir so auf einer Seite mindestens einen halben Meter anheben, noch mehr Sandbleche drunter verteilen und dann endlich hatte das kleine Drama ein glückliches Ende, Gandalf hat Idefix mit einem beherzten Ruck befreit!

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Danke nochmal an den fleissig schaufelnden Roy und die fleissig fotografierende Nicky.

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(Ich wurde derweil mit Kevin am Rand geparkt, so konnte ich zumindest keine Panik verbreiten, ich war ja beschäftigt.)

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Zufällig hatten wir am Morgen eine Flasche Prosecco kalt gestellt, die haben wir dann natürlich feierlich anlässlich unserer Rettung am Abend geköpft.

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Bei irgendeiner steinigen Aktion haben wir uns ausserdem noch einen Reifen geschrottet – aber wozu hat man zwei Ersatzräder?

Im Home Valley kam dann mit einem Restaurant und Pool wieder ein Hauch Zivilisation in unser Leben und endlich mal wieder etwas Grünzeug auf den Teller. Unsere Vorräte waren nämlich bis dahin schon deutlich dezimiert!

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Die Überquerung des Pentecost River ist eine der bekanntesten Kimberley-Attraktionen. Der Fluss ist nämlich ziemlich breit und während der Regensaison muss er auch ganz schön tief sein.

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So war es vor allem eine willkommene Unterbodenwäsche nach der schlammigen Aktion ein paar Tage vorher.

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Mein Lieblingsteil der Kimberleys war El Questro. Das ist ein riesiges Gebiet mit wunderschönen Schluchten, Wasserfällen und sogar Thermalquellen. Anders als in anderen Teilen der Kimberleys gibt es hier üppig grüne und farnbewachsene Felswände und viele, viele Palmen.

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Die anstrengende Wanderung durch die El Questro Gorge war ein besonders schönes Erlebnis – zum einen wegen der tollen Natur und zum anderen wegen der abwechslungsreichen Strecke über riesige Steine und hüfttiefes Wasser. Und wir haben am nächsten Tag mal wieder unsere Knochen und Muskeln gespürt, nach all der Fahrerei und dem Rumsitzen auch mal wieder schön.

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Jetzt gerade sind wir in Kununurra, haben den örtlichen Supermarkt schon fast komplett leer gekauft (nach 17 Tagen waren wir ganz schön am Anschlag mit unseren Vorräten…) und bereiten nun die nächsten Etappen vor. Als nächstes steht der Purnululu Nationalpark mit den berühmten Bungle Bungle-Felsformationen, die wie überdimensionale Bienenstöcke aussehen, auf dem Programm.

Sonnige Grüsse nach Hause :-)

PS: Die wirklich tollen Fotos sind von Nicky, die zwei Kameras, x Objektive und ein riesiges Stativ auf jeden Hügel schleppt. Danke dafür!! Die anderen Fotos hat wie immer Christoph geschossen.

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Lebenszeichen

Kurzmitteilung

An alle, die sich gefragt haben, wo zum Henker wir eigentlich abgeblieben sind: wir stecken in einem epischen Funkloch namens “The Kimberleys” (schätzungsweise so gross wie die Schweiz oder sogar noch grösser!) und werden da auch noch einige Zeit feststecken. Zum Glück hat ein kleiner Campground hier in Kalumburu zumindest ein schwaches WiFi-Signal. Uns geht’s ganz wunderbar und beim nächsten Beitrag gibt’s auch wieder viiiieeele Bilder!
Bis bald…

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Palmen, tiefe Schluchten und endlich kocht mal jemand anderes

Endlich, endlich: Palmen für Chrissie! Nachdem er seit Beginn unserer Tour die Abwesenheit von Palmen beklagt hat, hatte Carnarvon, ein kleines Städtchen an der Küste, endlich einiges an schattenspendenden Palmen im Angebot.DSC03489 Bisher haben wir zwar viel Meer und Klippen, Steine und Sand gesehen, aber irgendwie gab’s nie Schatten. Seit Carnarvon wurde das nun endlich besser und die Bäume haben uns nicht mehr verlassen. DSC03506 Drei Nächte sind wir – ich sag nur: Palmen! – als nächstes in Coral Bay geblieben. Hier beginnt das Ningaloo Korallenriff, dass sich geschätzte 200 km entlang der Küste erstreckt. Und es dürfen sich alle aus meiner Familie wundern: ich war tatsächlich im Meer! Damit nicht genug, ich hab sogar geschnorchelt und mich über Korallen und Nemos kleine und grosse Freunde gefreut. Wer hätte das gedacht ;-) (okay, ich habe mich währenddessen an Chrissie festgeklammert, aber hey, aller Anfang ist schwer…). DSC03501 Ausserdem haben wir mal wieder Landsleute getroffen – diesmal mit einem Luzerner Kontrollschild und mit dem Reiseblog www.immerweiter.ch. Martina und Silvan haben uns von ihren Abenteuern erzählt, ein paar Tipps mitgegeben und zwe riesige Pizzen mit uns geteilt – sehr schöne Begegnung so weit weg von daheim!

Nach so viel Strand und Meer haben wir uns bereit gefühlt für eine Tour ins Landesinnere. Ziel: Karajini National Park. Auf dem Weg dorthin hat Chrissie seine frisch reparierte Drohne getestet und sie ist perfekt geflogen. DSC03513 Allerdings ist der rote Staub, der einfach typisch Australien ist, Gift für die feinen Elekroteile. Deshalb hat die Drohne leider jetzt fürs Erste Kofferpause. DSC03522 DSC03527 DSC03565 DSC03530 Der Karajini Park war bisher unser Lieblingsort auf der Reise. Auf den ersten Blick sieht es dort wenig spektakulär aus mit gelbem, hohem Gras und einzelnen Bäumen. Tatsächlich gibt es dort aber tiefe  Schluchten, Flüsse und Wasserfälle. DSC03632 DSC03630    DSC03616 DSC03593 DSC03589  DSC03562 DSC03554 DSC03550 DSC03549 DSC03546 Wir haben zwei Schluchten durchwandert und fantastische Farbspiele, bizarr geformte Felswände, Wasserfälle, unglaubliche Bäume und dazwischen auch Pools zum Schwimmen gesehen. DSC03641 DSC03620 DSC03623 Sehr eindrücklich und im Wasser vor allem auch sehr kalt! Zahlreiche „Nicht in den Pool springen“-Verbotsschilder halten echte Aussies natürlich  nicht davon ab, genau das doch zu tun. DSC03629 Wir haben ein paar Mal die Luft angehalten beim blossen Anblick und uns dann für einen etwas gemütlicheren Pool mit Leiter entschieden. DSC03636 Der Kontrast zwischen rotem Fels, den grünen Bäumen und dem unglablich blauen Himmel war wunderschön. DSC03645 Das einzige Problem im Karajini waren die fiesen Nachttemperaturen. Bereits gegen 20 Uhr haben wir draussen so gefroren, dass wir lieber unter die Bettdecke geflüchtet sind. Nach einer wirklich durchgefrorenen Nacht haben wir aufgerüstet – normale Bettdecke plus 4 Fleecedecken plus Socken, lange Hosen, mehrere langärmlige Oberteile, Strickmütze und Kapuze. Selbst dann wäre „kuschlig warm“ eine masslose Übertreibung. Aber wir haben’s überlebt und konnten uns ja tagsüber bei bestem Wetter wieder aufwärmen.

Vom Karajini ging es weiter in Richtung Broome – das bedeutet Hunderte von Kilometern Fahrt. Auf unserer Fahrt durch die schöne „Pilbara“ mit ihren einzigartig geformten Hügeln und Farben sowie dem darauf folgenden unglaublich vielen Nichts erreichten wir irgendwann auch mal ein Roadhouse (=so eine Art Raststätte, einfach in der staubigen Aussie-Version).

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Dort konnte Christoph endlich die riesigen „Road Trains“ in Ruhe und aus der Nähe betrachten. Enorme Zugmaschinen mit bis zu vier grossen Anhängern (d.h. ca. 170 Tonnen und über 60 Meter Länge!!!) donnern hier mit 100km/h über die Strassen und überholen auch uns mal ganz gerne, wenn wir mit spritsparenden 90km/h unterwegs sind, da sich unser Idefix dank Dachkiste und dem Dachzelt bei 110km/h gleich mal 5 Liter mehr Diesel gönnt.

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Nachts sind sie beleuchtet wie der Coca Cola Weihnachtstruck und hören sich aus der Ferne wie ein startender Jumbo-Jet an. Ein echter Jungstraum also! Auf dem Highway No. 1, der Hauptverbindungsachse von Süden nach Norden, gibt es leider keine 500m ohne „Roadkill“. Ganze Kühe liegen hier neben der Strasse, die wohl nachts von den Road Trains mit ihren riesigen und durchaus beeindruckenden Kuhfängern – von Christoph liebevoll „Beef Mincer“ getauft – von der Strasse gefegt werden.

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Ein Übernachtungsstopp am De Grey River auf einem sehr idyllischen Campground hat uns so gut gefallen, dass wir einfach noch eine Nacht länger geblieben sind.

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Auch hier haben wir wieder nette Leute kennen gelernt und sind jetzt mit Peter und Sara nach unserer „4×4 Roof Top Tent Party“ am Lagerfeuer für Drinks im September in Sydney verabredet.

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Im Moment sind wir in Broome, dem ersten Städtchen seit langer Zeit mit mehr als einem Restaurant.

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Deshalb haben wir auch beschlossen, Gasflasche und Kocher gleich im Auto zu lassen und lassen uns seither morgens, mittags und abends bekochen – mit unterschiedlichem Erfolg. Gestern Abend haben sie uns eine Pizza serviert, die eher an einen Butterzopf mit Tomaten erinnert hat… Aber immerhin mussten wir nicht abspülen!

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In Broome regieren die 4×4-Autos, denen sich hier sogar die Fussgänger unterordnen müssen…

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Heute versuchen wir Tickets für ein altes, ziemlich uriges Openair-Kino zu bekommen und füllen unsere Vorräte auf für den weiteren Trip ans Cape Leveque.

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Schweizer, Klippen, türkisblaues Meer und dazwischen eine Menge Nichts

DSC03426 Nach den Pinnacles im Nambung National Park sind wir in Geraldton gelandet, einem kleinen Städtchen ca. 400km nördlich von Perth. Dort haben wir Idefix (so heisst unser Auto seit Kurzem!) noch ein neues Fahrwerk verpassen lassen, jetzt fährt er auch über Sand und die rumpeligsten Buckelpisten schön stramm und sicher. Vor der Werkstatt stand unter anderem auch ein Toyota Landcruiser und Christoph hat mich gefragt, was mir an dem auffällt. Ich hab sehr lang überlegt, konnte aber nur die spezielle Seilwinde vorne erkennen… Dass das Auto ein Zürcher Kennzeichen hatte, ist mir blindem Huhn natürlich völlig entgangen! Seitlich auf dem Auto stand auch eine URL (www.globexplorer.ch). Wir haben mit Roy und Nicole kurzerhand Kontakt aufgenommen und sassen ein paar Stunden später bei einem Bier zusammen. Die beiden kommenaus Uster, sind seit über 2 Jahren unterwegs und haben schon so einiges gesehen und erlebt. Spannender Blog für alle Fernwehkranken und Reiselustigen!

Die Küste entlang immer in Richtung Norden geht es seither weiter. Es gibt spektakuläre Küstenabschnitte mit roten Klippen, an anderen Stellen sind es eher Dünen und sanfte Hügel. Dazwischen liegt meistens leider verdammt viel NICHTS. Wir können problemos 2 Stunden geradeaus fahren, dabei höchstens drei Kurven mit dem Auto fahren und nichts ausser plattem Land mit Büschen drauf sehen. Das ist schon eher gewöhnungsbedürftig. Mein Unterhaltungsprogramm für Christoph beinhaltet lautes Mitsingen bei jeder Art von Song – möglicherweise einer der Gründe, warum er diese Strecken nicht leiden kann…

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Der Kalbarri Nationalpark war eher eine Enttäuschung – einfach ein ziemlich schlammiger Fluss der durch ein paar Schluchten fliesst. Dafür muss man allerdings 35km auf einer Schotterstrasse in Kauf nehmen (und auf dem Weg noch zwei Deutsche mit Idefix aus dem Sand ziehen, weil die es etwas übertrieben haben mit der Geschwindigkeit) – wir waren jedenfalls etwas erstaunt, wie wenig es dort am Ende zu sehen gab.

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Schon eher unser Ding war Shark Bay – das ist sind mehrere Inseln und Halbinseln, umgeben von sehr flachem, sehr salzigem und vor allem türkisblauen Meer. Viele Strände dort bestehen nur aus weissen Muscheln. Wunderschön und hört sich an wie auf frisch gefallenem Schnee laufen!

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Hier haben wir auch unsere erste wirklich einsame Nacht am Strand verbracht. Erst ein paar Hundert Meter weiter stand noch ein Auto. Und wir beiden Sternengucker hatten auch endlich eine perfekte Milchstrasse über uns.

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Inzwischen sind wir echte Profi-Camper – Zelt aufbauen, Tisch und Stühle platzieren, Wein einschenken bzw. Bier öffnen in unter 20 Minuten! Nur beim Einpacken am Morgen hapert’s irgendwie noch immer… Das bekommen wir inklusive Frühstück nicht unter 2h hin. Aber wir haben ja Ferien und damit Zeit!

Im Norden der einen Halbinsel liegt der Francois Peron National Park. Ausschliesslich mit Vierradantrieb befahrbar, die Strassen dort sind eher Sandpisten. Am Parkeingang mussten wir den Druck unserer Reifen halbieren, damit wir überhaupt durchgekommen sind und um die Wege nicht unnötig zu zerstören. Sieht irgendwie beängstigend platt aus, oder?

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Wieder gab es auch hier viiiiieeeeel Nichts bis dann immer mal wieder ein toller Platz am Meer aufgetaucht ist. In diesem National Park regnet es angeblich manchmal 2 Jahre keinen Tropfen. Natürlich nur exakt bis zu dem Tag, an dem wir kommen. Nachdem wir Regen im Grand Canyon und in Las Vegas geschafft haben, jetzt also auch hier. Wenn es irgendjemanden gibt, der dringend mal wieder Regen bräuchte – einfach uns einladen, dann schüttet’s wie verrückt!

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Als Kontrastprogramm zum Regen war es dann am Abend und am nächsten Tag wieder wunderschön. Einziger Haken waren vor allem am Morgen die Sandfliegen – sehen aus wie kleine Fruchtfliegen, stechen aber und schwirren in unglaublichen Mengen um einen herum. Bis dann irgendwann ein Wind aufkommt, dann ist Ruhe.

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Mitten in einem der vielen „Nichtse“, die auf der Weiterfahrt folgten, gab es einen kleinen Aussichtspunkt auf einem Hügel – von dem aus man dann das viele Nichts von oben betrachten konnte. Wirklich cool war dort aber eine Versammlung von Gartenzwergen und anderen Figuren/Tafeln. Die Australier haben schon einen guten Sinn für Humor – stellen dort Gartenzwerge hin mit Schildern à la „R.I.P. Walter and enjoy the view“, daneben dann Verewigungen im Stil von „Susan was hier“. Lustiges Völkchen :-)

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Jetzt sind wir gerade in Carnarvon, einem Küstenstädtchen, das vor allem auf Fisch- und Meeresfrüchteverarbeitung spezialisiert ist. Endlich konnten wir auch tollen frischen Fisch kaufen und haben wunderbaren Pink Snapper verspeist.

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Kulinarisch haben unsere Gastgeber nämlich sonst eher andere Vorstellungen als wir. Speck verkaufen sie zum Beispiel in höchst interessanten Grössen…

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Unsere nächsten Stationen sind Coral Bay und die Gegend rund um Exmouth. Wir melden uns wieder.

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Endlich geht’s richtig los!

 

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Endlich können wir unser neues Zuhause vorstellen. Wir haben einen Wintergarten (aka Fahrerkabine), eine Outdoor-Küche, einen begehbaren Kleiderschrank und ein fürstliches Schlafzimmer in der ersten Etage. Grob geschätzt 7m2 Wohnfläche und quadratkilometerweise Umschwung :-)

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Im Dachzelt schläft es sich ganz wunderbar – besonders wenn im Hintergrund das Meer dazu rauscht und uns die aufgehende Sonne weckt. Vermutlich gewöhnen wir uns auch noch an die etwas harte Matratze, wir sind wohl etwas verweichlicht.

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Endlich haben wir auch mal was vom Land gesehen, das nichts zu tun hatte mit Autowerkstätten. Wir waren bei The Pinnacles im Nambung National Park, versteinerte Baumstämme aus Sand mitten in den Dünen.

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Christoph hat die Gelegenheit genutzt und endlich seine Flugdrohne mit integrierter Kamera ausgepackt. Der Jungfernflug hat auch super geklappt.

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Bei der zweiten Flugrunde wurde er allerdings schon übermütig, hat den Sichtkontakt zur Drohne und damit wohl auch den Funkkontakt verloren… Wir haben noch ein ziemlich fieses Geräusch gehört und ein paar Minuten später konnte Chrissie das Flugobjekt bergen. Leider mit zwei durchgebrannten Motoren, weil sich die Drohne verhakt hatte und heiss gelaufen ist. Grosses Drama! Aber wir haben im Internet schon einen Modellbaushop in der Nähe gefunden, hoffen wir mal, dass die Ersatzmotoren für uns haben.

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Momentan sitzen wir mal wieder in einem Café und warten auf den Anruf einer Autowerkstatt, dass unser Baby wieder fit ist. Unsere Leidensgeschichte beinhaltet inzwischen: eine falsch verkabelte Zweitbatterie, zweimal Räder auswuchten und Spur einstellen, Ersatzräder mit Vorderrädern tauschen, einen neuen Keilriemen, endlich einen Mechaniker überzeugen, dass er uns den Sonnenstoren montiert (nachdem sich zwei andere geweigert haben, vier Löcher zu bohren… Sehr speziell!), jetzt gerade bekommen wir neue Stossdämpfer und Federn hinten und dann sollte es auch mal gut sein.

Wir haben gehört, dass es im Norden aktuell Überschwemmungen gibt und werden uns nun um die weitere Routenplanung kümmern. Bis bald :-)

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Woche 1 – heiss, anstrengend und leicht frustrierend

Nach einem tränenreichen Abschied in Zürich haben Chrissie und ich tatsächlich mal einen angenehmen Langstreckenflug verbracht – Notausgangsitzreihe sei Dank! Erste Station war Singapur, das uns morgens um 6 schon mit feucht-heissen 27 Grad fast erschlagen hat… Wir sind halt nix gewohnt und haben schön blöd geschaut, als es im Lauf des Tages immer noch wärmer und feuchter wurde…

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Zum Glück gab’s im Hotel einen Pool auf dem Dach, an dem so früh am Morgen am Sonntag ausser uns auch noch kein Mensch war.

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Insgesamt waren wir vier Nächte in Singapur, haben fein gegessen, versucht uns vom Klima nicht völlig aus der Bahn werfen zu lassen und haben erfolglos gegen den Jetlag angearbeitet. Unter anderem mit Hilfe von Singapore Sling im Raffles am helllichten Tag…
Unsere Meinung zu Singapur: ganz nett, aber 4 Nächte braucht’s definitiv nicht – es sei denn, jemand will sich durch sämtliche Shoppingmalls durcharbeiten, dann reichen wahrscheinlich auch 4 Wochen nicht ;-)

Seit Donnerstag sind wir nun endlich in Australien! Hier in Perth ist es wettermässig schon eher wie daheim und wir deshalb nicht mehr ganz so “uf dä Schnurrä”. Seither haben wir vor allem eines gemacht: Geld im grossen Stil ausgegeben… Wir verbringen unsere Tage bei Autohändlern, in Werkstätten, in Outdoorläden, bei IKEA und im Baumarkt – schliesslich will unser neuer Nissan Patrol mit allem ausgestattet werden, was es so für unsere ausgedehnte Campingtour braucht. Richtig tolle Fotos vom Auto reichen wir nach – wir wollten nur unbedingt endlich mal von uns hören lassen ;-)

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Von der Gabel über Kopfkissen bis hin zum Dachträger für unser Dachzelt haben wir tagelang Einzelteile zusammengetragen (mein Lieblingskauf ist natürlich die von mir monatelang angekündigte Hängematte!). Chrissie ist hier der technische Leiter, ich bin fürs Listenschreiben und sonstigen organisatorischen Kram zuständig – perfekte Aufgabenverteilung also! Und es ist ganz schön viel Material zusammen gekommen inzwischen…

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Ganz so easy und reibungslos wie wir dachten, lief natürlich nicht alles…. Das Auto war zwar schnell gefunden, dann ging aber die Suche nach einem passenden Dachträger los. Als der dann geliefert wurde, war leider keinerlei Anleitung dabei – 2 Mechaniker in der Werkstatt waren über 2h damit beschäftigt. Und das an sich “ganz einfach” zu montierende Dachzelt hat Chrissie und mich dann auch nochmal ein paar Stunden Arbeit und viel Schweiss gekostet. Und so lässt sich das unendlich fortsetzen – ich sage nur falsch verkabelte 12 Volt-Anschlüsse, die sich jetzt gerade ein Auto-Elektriker anschauen muss… Und wir warten mal wieder.

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Zu guter Letzt haben wir nun auf alle Fälle das Bed and Breakfast verlassen und haben fest vor, heute unsere erste Nacht im Zelt zu verbringen – Daumen drücken, dass die vereinigten Mechaniker von Perth das möglich machen! Und wir hoffen, dass wir uns auf dem ersten Campingplatz nicht völlig zum Horst machen bei unserem ersten Versuch, das Dachzelt aufzubauen…

All das ist aber Jammern auf hohem Niveau, wir freuen uns nämlich noch immer unglaublich auf unser grosses Abenteuer, das jetzt dann bald los gehen kann.

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Noch achtmal schlafen…

Am 3. Mai ist es endlich soweit – unser grosses “Reisli” beginnt endlich! Und hier auf unserem Blog könnt ihr alle – zumindest virtuell – mit uns reisen.IMG_0806[1]IMG_1263[1]

Die Vorfreude auf die Hängematte kennt langsam keine Grenzen mehr…

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