Schweizer, Klippen, türkisblaues Meer und dazwischen eine Menge Nichts

DSC03426 Nach den Pinnacles im Nambung National Park sind wir in Geraldton gelandet, einem kleinen Städtchen ca. 400km nördlich von Perth. Dort haben wir Idefix (so heisst unser Auto seit Kurzem!) noch ein neues Fahrwerk verpassen lassen, jetzt fährt er auch über Sand und die rumpeligsten Buckelpisten schön stramm und sicher. Vor der Werkstatt stand unter anderem auch ein Toyota Landcruiser und Christoph hat mich gefragt, was mir an dem auffällt. Ich hab sehr lang überlegt, konnte aber nur die spezielle Seilwinde vorne erkennen… Dass das Auto ein Zürcher Kennzeichen hatte, ist mir blindem Huhn natürlich völlig entgangen! Seitlich auf dem Auto stand auch eine URL (www.globexplorer.ch). Wir haben mit Roy und Nicole kurzerhand Kontakt aufgenommen und sassen ein paar Stunden später bei einem Bier zusammen. Die beiden kommenaus Uster, sind seit über 2 Jahren unterwegs und haben schon so einiges gesehen und erlebt. Spannender Blog für alle Fernwehkranken und Reiselustigen!

Die Küste entlang immer in Richtung Norden geht es seither weiter. Es gibt spektakuläre Küstenabschnitte mit roten Klippen, an anderen Stellen sind es eher Dünen und sanfte Hügel. Dazwischen liegt meistens leider verdammt viel NICHTS. Wir können problemos 2 Stunden geradeaus fahren, dabei höchstens drei Kurven mit dem Auto fahren und nichts ausser plattem Land mit Büschen drauf sehen. Das ist schon eher gewöhnungsbedürftig. Mein Unterhaltungsprogramm für Christoph beinhaltet lautes Mitsingen bei jeder Art von Song – möglicherweise einer der Gründe, warum er diese Strecken nicht leiden kann…

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Der Kalbarri Nationalpark war eher eine Enttäuschung – einfach ein ziemlich schlammiger Fluss der durch ein paar Schluchten fliesst. Dafür muss man allerdings 35km auf einer Schotterstrasse in Kauf nehmen (und auf dem Weg noch zwei Deutsche mit Idefix aus dem Sand ziehen, weil die es etwas übertrieben haben mit der Geschwindigkeit) – wir waren jedenfalls etwas erstaunt, wie wenig es dort am Ende zu sehen gab.

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Schon eher unser Ding war Shark Bay – das ist sind mehrere Inseln und Halbinseln, umgeben von sehr flachem, sehr salzigem und vor allem türkisblauen Meer. Viele Strände dort bestehen nur aus weissen Muscheln. Wunderschön und hört sich an wie auf frisch gefallenem Schnee laufen!

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Hier haben wir auch unsere erste wirklich einsame Nacht am Strand verbracht. Erst ein paar Hundert Meter weiter stand noch ein Auto. Und wir beiden Sternengucker hatten auch endlich eine perfekte Milchstrasse über uns.

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Inzwischen sind wir echte Profi-Camper – Zelt aufbauen, Tisch und Stühle platzieren, Wein einschenken bzw. Bier öffnen in unter 20 Minuten! Nur beim Einpacken am Morgen hapert’s irgendwie noch immer… Das bekommen wir inklusive Frühstück nicht unter 2h hin. Aber wir haben ja Ferien und damit Zeit!

Im Norden der einen Halbinsel liegt der Francois Peron National Park. Ausschliesslich mit Vierradantrieb befahrbar, die Strassen dort sind eher Sandpisten. Am Parkeingang mussten wir den Druck unserer Reifen halbieren, damit wir überhaupt durchgekommen sind und um die Wege nicht unnötig zu zerstören. Sieht irgendwie beängstigend platt aus, oder?

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Wieder gab es auch hier viiiiieeeeel Nichts bis dann immer mal wieder ein toller Platz am Meer aufgetaucht ist. In diesem National Park regnet es angeblich manchmal 2 Jahre keinen Tropfen. Natürlich nur exakt bis zu dem Tag, an dem wir kommen. Nachdem wir Regen im Grand Canyon und in Las Vegas geschafft haben, jetzt also auch hier. Wenn es irgendjemanden gibt, der dringend mal wieder Regen bräuchte – einfach uns einladen, dann schüttet’s wie verrückt!

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Als Kontrastprogramm zum Regen war es dann am Abend und am nächsten Tag wieder wunderschön. Einziger Haken waren vor allem am Morgen die Sandfliegen – sehen aus wie kleine Fruchtfliegen, stechen aber und schwirren in unglaublichen Mengen um einen herum. Bis dann irgendwann ein Wind aufkommt, dann ist Ruhe.

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Mitten in einem der vielen „Nichtse“, die auf der Weiterfahrt folgten, gab es einen kleinen Aussichtspunkt auf einem Hügel – von dem aus man dann das viele Nichts von oben betrachten konnte. Wirklich cool war dort aber eine Versammlung von Gartenzwergen und anderen Figuren/Tafeln. Die Australier haben schon einen guten Sinn für Humor – stellen dort Gartenzwerge hin mit Schildern à la „R.I.P. Walter and enjoy the view“, daneben dann Verewigungen im Stil von „Susan was hier“. Lustiges Völkchen :-)

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Jetzt sind wir gerade in Carnarvon, einem Küstenstädtchen, das vor allem auf Fisch- und Meeresfrüchteverarbeitung spezialisiert ist. Endlich konnten wir auch tollen frischen Fisch kaufen und haben wunderbaren Pink Snapper verspeist.

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Kulinarisch haben unsere Gastgeber nämlich sonst eher andere Vorstellungen als wir. Speck verkaufen sie zum Beispiel in höchst interessanten Grössen…

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Unsere nächsten Stationen sind Coral Bay und die Gegend rund um Exmouth. Wir melden uns wieder.

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4 Gedanken zu “Schweizer, Klippen, türkisblaues Meer und dazwischen eine Menge Nichts

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