Südsee – von “grandios” bis “zum Vergessen”

Wir nennen unsere Reise ja selbst immer noch liebevoll das “Reisli”, wissen aber durchaus, dass es so viel mehr als das ist (nicht zuletzt dank einiger Kommentare…). Der Abstecher in die Südsee war eines der Highlights auf die wir uns schon monatelang vorher gefreut haben.Ganz sicher war es auch der Teil der Reise, den wir am detailliertesten vorbereiten mussten – allein um die Flüge zu buchen haben wir eine Karte zeichnen und die einzelnen Flugsegmente dann durchnummerieren müssen. Als Extra-Hürde liegt mitten in der Südsee auch noch die Datumsgrenze, was uns beim Buchen durchaus Kopfzerbrechen bereitet hat, weil es irgendwie seltsam ist samstags abzufliegen und freitags anzukommen!

Folgende Etappen hatten wir geplant: Neukaledonien (9 Tage), Tahiti (3 Tage), Bora Bora (5 Tage), Moorea (4 Tage), Tahiti (1 Tag), Rarotonga (5 Tage), Aitutaki (5 Tage), Samoa (11 Tage). Es sei bereits an dieser Stelle verraten: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt… Aber der Reihe nach!DSC00113

Von Sydney aus sind wir nach Nouméa, der Hauptstadt von Neukaledonien geflogen. Als wir dort angekommen sind war der Himmel leider dunkelgrau und es hat geregnet. Auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel war der Blick aus dem Fenster deshalb auch eher durchschnittlich. Wir haben uns aber auf das Städtchen Nouméa gefreut, weil man überall lesen kann, dass dank französischem Einfluss dort kulinarisch einiges geboten wird. Nach einem Powernap sind wir dann auch im strömenden Regen ins erste Restaurant und haben tatsächlich ganz gut gegessen. Schon dort hat sich gezeigt, dass meine Französischkenntnisse hier Gold wert waren – Englisch ist nämlich sowohl hier als auch in Französisch Polynesien eher Fehlanzeige. So war ich also Chrissies Dolmetscherin und hab uns mehr oder weniger grammatikalisch korrekt durchgequatscht.
Am nächsten Tag wollten wir das Südsee-Städtchen, in dem auch viele Kreuzfahrtschiffe Halt machen, erkunden und waren nach 2 Stunden einfach nur noch enttäuscht! So eine triste, langweilige und einfach überhaupt nicht schöne Stadt hatten wir nicht erwartet. Fotos gibt es aus Nouméa deshalb übrigens fast keine, aber dieses hier zeigt ganz gut das Problem.DSC00080
All unsere Hoffnung lag ab da auf unserer Tour mit dem Mietwagen, die wir um die Insel geplant hatten. Der Nissan Micra war nach Monaten mit Idefix eine echte Umstellung – genauso wie das Fahren auf der rechten Seite! Wir haben uns aber schnell wieder umgewöhnt. Die Mietwagen, die wir auf der gesamten Südsee-Reise hatten, sind eine Randbemerkung wert: Der Nissan Micra sollte das beste Gefährt bleiben, das wir hatten. Darauf folgte ein indiskutabler Renault Twingo (wie kann man sowas produzieren???), ein erträglicher Fiat Panda und ein Toyota Vitz (Witz wäre passender gewesen!). Wir wissen nun zumindest, welche 4 Modelle wir beim Autokauf nach unserer Rückkehr ausschliessen können…
Grande Terre, die Hauptinsel von Neukaledonien ist ziemlich gross. Insgesamt sind wir über 1’200km gefahren. Wir hatten uns das so vorgestellt, dass wir einfach drauflos düsen, wo es uns gefällt anhalten und ein Hotel/Guesthouse/Pension/was auch immer zum Übernachten suchen und uns mit toller lokaler und französischer Küche den Bauch vollschlagen, während wir die Schönheit der Insel geniessen.
Leider stecken hier gleich mehrere Denkfehler: Übernachtungsmöglichkeiten gibt es durchaus, die allermeisten aber nur nach telefonischer (nix Inernet) mindestens 24-stündiger Voranmeldung. Mit einer CH und einer australischen SIM, die beide nicht funktioniert haben, ein eher schwieriges Unterfangen. Wir mussten zum Glück trotzdem nie im Freien übernachten (wir erinnern uns: Regen!). Schon in der ersten Nacht haben wir aber verstanden, wieso überall geraten wird, sich von oben bis unten mit Moskitospray einzubalsamieren. Autsch!
Die Sache mit den Restaurants… Sagen wir es so: mit viel Glück haben wir jeden Tag was bekommen. Denn hier gilt vielerorts das gleiche wie bei den Hotels: 24h vorher anrufen! Haha.IMG_4319
Und die Schönheit der Insel, was soll man sagen… Das Wetter hat sicher zu unserer sinkenden Laune beigetragen, aber selbst im strahlenden Sonnenschein hätte es unseren Eindruck nicht massiv verändert: l-a-n-g-w-e-i-l-i-g!!! Es gab eigentlich genau genommen NIX zu sehen. DSC00067---KopieIm Osten der Insel gab es ein paar ganz nette Abschnitte mit tropischen Dörfern und eher rauher See, aber ansonsten war es ein bisschen wie eine öde Version von Australien, unterlegt mit dem halsbrecherischen Fahrstil der Einheimischen (gefühlt alle 500m ein Kreuz am Strassenrand).DSC00075
Um es kurz zu machen: wir haben uns am Ende tatsächlich auf das Ende der 9 Tage gefreut (!) und können eigentlich nur den Rat weitergeben: Finger weg von Neukaledonien, es gibt wesentlich tollere Orte auf der Welt!

Umso grösser war unsere Vorfreude auf Französisch Polynesien mit Tahiti, Bora Bora und Moorea. Schon aus der Luft sah Tahiti vielversprechend aus: in der Mitte üppig grüne Berge mit vuklanischem Ursprung, aussenrum türkisblaues Wasser und das Riff, an dem sich die Wellen brechen. DSC00087In Papeete bekam unsere Stimmung einen kleinen Dämpfer, diese Stadt ist nämlich einfach nur eine etwas kleinere Version von Nouméa – kann man also getrost links liegen lassen. Wir haben die Insel im Uhrzeigersinn umrundet und insgesamt drei Nächte dort verbracht.
Die Ostküste hat uns sehr an Hawaii erinnert – schwarze Vulkansteine, hohe Wellen und dunkelblaues Meer, dazu viel, viel Grün! DSC00100Schnell haben wir auch hier bemerkt: Restaurantbesuche müssen gut geplant werden, es gibt nämlich schlicht und einfach fast keine!
Toll gelegen und schön anzusehen war unser Hotel auf Tahiti. Am Hügel gelegen hat jeder der einzelnen Bungalows/Hütten eine tolle Aussicht aufs Meer und am Abend den Sonnenuntergang. DSC00089Wir hatten ausserdem eine eigene Terrasse mit Freiluft-Whirlpool und Aussendusche. GOPR0710Wirklich traumhaft! DSC00098Und dank auf dem Weg dort hin eingekauftem Wein, Baguette und Käse (Frankreich lässt also doch mal grüssen!) kam auch endlich, endlich die ersehnte Südseelaune auf.
Die südliche und westliche Küste von Tahiti ist nicht so wild, hier haben wir einen ersten Vorgeschmack auf alle die Türkis- und Blautöne bekommen, in denen das Meer rund um die Inseln hier glitzert.
Von Papeete aus sind wir dann weitergeflogen nach Bora Bora mit kurzem Zwischenstop in Moorea. Dort sind weitere Passagiere eingestiegen und beim darauffolgenden Start haben wir etwas erlebt, was für uns zumindest neu war: Die Startbahn auf Moorea ist so kurz, dass der Pilot das Flugzeug auf der Starbahn tatsächlich 3 Meter zurückgesetzt hat, um auch diese Meter noch für den Start nutzen zu können. DSC00117Bisschen unheimlich und sicher nichts für Menschen mit Flugangst!
Einen 45 minütigen Flug später kam im Flugzeugfenster dann endlich, endlich, endlich das von uns so heiss erwartete und ersehnte Bora Bora in Sicht – was für ein grandioser Anblick bereits von oben. Schon bevor der Flieger gelandet ist wussten wir, dass wir es hier lieben würden.IMG_4440
Im Flughafen angekommen wurden wir mit Blumenkränzen – meine neue Leidenschaft – begrüsst und nicht einfach mit dem Auto zum Hotel gebracht sondern mit dem Boot, der Flughafen liegt nämlich auf einer der vorgelagerten Inseln – auch Motu genannt.GOPR0733
Bora Bora besteht aus der Hauptinsel mit dem ehemaligen Vulkan hat rundherum kleine Motus/Inseln. Innnerhalb dieser Motus liegt die wunderschöne Lagune, die an den meisten Stellen nicht sehr tief ist und deshalb auch so wunderschön türkis leuchtet. Die gesamte Insel ist dann auch noch von einem Riff umgeben – dort brechen sich die grossen Wellen und so ist es innerhalb des Riffs angenehm ruhig. DSC00266Schon auf dem Weg zu unserem Hotel, das auf einer kleinen Insel mit Blick auf die Hauptinsel liegt, konnten wir schon erahnen, wie schön unser Aufenthalt hier werden würde.DSC00200
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Unbeschreiblich schön war dann auch unser Overwater-Bungalow – genau so hatten wir uns das vorgestellt: privater kleiner Bungalow, drunter die türkisfarbene Lagune mit bunten Fischen, im Boden vor dem Sofa ein Glas-Bullauge, durch das wir jederzeit Fisch-TV schauen konnten, ein kleiner Balkon und eine eigene Treppe direkt ins Meer. Traumhaft. Wir wollten jedenfalls gar nicht mehr weg!DSC00192
In Bora Bora dreht sich alles ums Wasser, dementsprechend auch unsere Aktivitäten. Wir sind mit dem Kayak um unser Inselchen zum Korallengarten gepaddelt, wobei Christoph bis heute meint, wenn ich allein gepaddelt hätte, dann würden wir heute noch im Kreis rumfahren. Ich bin komplett talentfrei, habe mich deshalb also einfach von Chrissie chauffieren lassen.G0030753
Der kleine Korallengarten war toll zum Schnorcheln und ich bekomme das inzwischen auch super alleine hin ohne panisch Wasser zu schlucken. G0040815Liegt aber sicher unter anderem daran, dass das Wasser angenehm lauwarm und vor allem glasklar ist.DSC00215
An einem Tag haben wir eine Bootstour mitgemacht, die uns näher ans Riff geführt hat.DSC00237 Dort hat einer unserer Guides Riffhaie angelockt und wir konnten schnorchelnderweise das Spektakel beobachten. Ja, ich war da wirklich drin! Ich glaube es aber eigentlich selbst noch nicht ganz…G0070919
Zum Lunch wurden wir auf ein Motu mit Sandstrand und Palmen gebracht und die beiden Guides haben ein polynesisches Buffet für uns gezaubert.DSC00226DSC00234
Zum Abschluss sind wir dann noch an eine andere Stelle der Lagune gedüst, an der es besonders viele Stachelrochen gibt. Wieder ist der Guide ins Wasser und zack kamen die Rochen angeschwommen. DSC00246Die haben keine Berührungsängste – wenn man’s drauf hat kann man sich an ihnen festhalten und durchs Wasser ziehen lassen. Da hat mich der Mut also doch verlassen und ich hab mich aufs Kucken beschränkt. Harakiri-Chrissie hat es natürlich ausprobiert, wurde von den Rochen aber immer wieder abgeworfen ;-) G0070957
Das einzig wirklich seltsame und irgendwie auch unangenehme an dieser Bootstour und an Bora Bora allgemein waren die anderen Touris… Wir waren auf dem Boot insgesamt drei Paare und unsere sämtlichen Kommunikationsversuche mit den anderen sind absolut kläglich gescheitert. Englisch können die meist französischen Gäste überhaupt nicht (und damit meinen wir überhaupt nicht!) aber auch auf Französisch sind sie noch unkommunikativer als jeder Bünzli-Schweizer, und das will was heissen! Das ganz besonders Tolle ist, dass sie aber nicht nur ungern mit anderen reden, sie sprechen auch nicht miteinander. Wir haben diverse Male beim Essen Paare gesehen, die jeder einzeln mit dem Handy beschäftigt waren – eine Dame hat während des Abendessens einen kompletten Film auf dem Ding geschaut. BesondereTragisches Highlight war ein sich eisern anschweigendes Paar, dass wir am nächsten Tag haben Heiraten sehen. Sogar am Hochzeitsabend sassen sie wieder schweigend aneinander vorbeistarrend da. Für Paartherapeuten ein echtes Mekka!
Seit wir die Schweiz verlassen haben, haben wir viele neue Leute kennengelernt, haben aber nie jemanden getroffen, den wir schon kannten. Und ausgerechnet auf Bora Bora hat sich das geändert. Die Tochter von Freunden meiner Eltern arbeitet dort nämlich als Privatlehrerin und hatte ausgerechnet als wir da waren Besuch von ihren Eltern. So haben wir uns zweimal mit der gesamten Familie getroffen und hatten mitten in der Südsee Heimatgefühle.GOPR0798
Durch diesen Kontakt haben wir auch den Kapitän und die Chef-Stewardess einer riesigen Jacht kennen gelernt, die im Hafen vor Anker lag. IMG_4498Der Besitzer des Boots, ein Texaner, war nicht da und so bekamen wir nicht nur eine komplette Bootsführung sondern auch noch eine Einladung zum Sunset-Cocktail auf dem obersten Sonnendeck. GOPR0781So lässt sich’s leben!GOPR0805

Wie alles im Leben hatte leiderleiderleider auch unser Aufenthalt in Bora Bora irgendwann ein Ende und wir sind wieder in den Flieger gestiegen, um nach Moorea zu fliegen, einer Schwester-Insel von Bora Bora, die direkt gegenüber von Tahiti liegt. Schnell haben wir gemerkt, Moorea ist Tahit nicht unähnlich, allerdings etwas kleiner. Das heisst also wieder grüner Ex-Vulkan in der Mitte, aussenrum türkisblaues Meer und das Riff.DSC00269
Dafür gab es hier deutlich mehr Restaurants als in Tahiti und unsere Angst zu Verhungern hat sich gelegt. DSC00282Wieder wurden wir mit Blumenkränzen begrüsst, diesmal noch üppiger und so gut duftend…IMG_4570
Das Highlight in Moorea – und definitiv auch eines der Highlights vom gesamten Reisli – war eine Bootstour zu den Buckelwalen. Die Wale schwimmen Tausende von Kilometern hierher, um die Walbabies zu bekommen und aufzuziehen. Dort, wo sie normalerweise unterwegs sind ist das Wasser nämlich für die Kleinen zu kalt. Eine Buckelwaldame kann gut und gern 40 Tonnen auf die Waage bringen, die Herren sind etwas kleiner. Diesmal hatten wir einen wirklich tollen Guide und auch deutlich kommunikativere Mitpassagiere, das heisst für französische Verhältnisse ;-) G0081047
Ziemlich schnell hatten wir eine Walfamilie entdeckt und konnten sie vom Boot aus auch toll sehen, wenn sie zum Luftholen nach oben gekommen sind. Ausserdem konnten wir sie sogar über Wasser singen hören, wunderschön. Das hätte ja schon gereicht, um mich glücklich zu machen, dann hiess es aber, dass wir jetzt mal eben ins Wasser hüpfen mit der Schnorchelausrüstung und sie dann im Wasser sehen können. Einfach zur Info: da ist dann nix mehr mit paar Meterchen tief und Sicht bis zum Grund, es ist einfach sehr, sehr dunkelblau. Ich bin vor Angst zwar fast untergegangen, aus irgendeinem verrückten Grund aber mitgeschwommen. Und dann passierte das hier:

Es war so unglaublich! Zuerst kam der männliche Wal und danach direkt die Mutter mit ihrem “Kleinen”. Sie sind direkt (!) unter uns durchgeschwommen, es war, ich kann es nicht anders sagen, magisch. Und ich habe sogar kurz vergessen, dass diese ganze Wasser-Riesentier-Sache mich eigentlich in Panik versetzen müsste – zum Glück!

Von Moorea aus sind wir mit der Fähre nach Tahiti zurückgefahren und haben nochmal eine Nacht dort verbracht. Wirklich cool waren die Food-Trucks, die in der Nacht in Papeete am Ufer stehen. In unserem kleinen Guesthouse gab es gratis Velos und so konnten wir fast wie die Einheimischen dort hindüsen und uns einmal durchs Angebot durchfuttern.DSC00295

Nächste Station waren die Cook Islands und da als erstes Rarotonga. Hier wird Englisch gesprochen und die Autos fahren wieder links, wir konnten uns also langsam wieder an Australien gewöhnen. Rarotonga hat wieder das übliche Südsee-Schema aus Vuklan-viel Grün-Strand-türkis-Riff und ist doch ganz anders als die anderen Inseln, die wir besucht hatten. DSC00298Der “Vibe” auf Rarotonga ist wesentlich entspannter und irgendwie auch freundlicher als in Französisch Polynesien. Alle plaudern mit einem, es ist unkompliziert und wir haben uns sofort wohl gefühlt.DSC00337
Unser kleiner Strandbungalow war auch super, es hätte alles so schön werden können…. DSC00342GOPR1069Wenn da nicht diese eine Sache gewesen wäre: an unserem ersten Morgen in Rarotonga meinte Chrissie, er sei sooo müde und müsse gleich wieder ein Mittagsschläfchen machen. Drei Stunden später ist er dann mit Fieber wieder aufgewacht und hat sich fürchterlich gefühlt. Den Rest des Tages habe ich ihm die Stirn gekühlt und er hat geschlafen – schnell wurde uns klar, dass irgendwas ganz und gar nicht stimmt. Noch in dieser Nacht hab ich Chrissie also ins Spital gebracht. Dort waren sie ziemlich entspannt und meinten, es sei irgendein Virus, wo wir denn hergekommen seien. Nachdem wir Französisch Polynesien und Neukaledonien genannt hatten, meinten sie ziemlich schnell, dass es Dengue oder Zika sein könnte, denn die Tigermücken übertragen genau diesen Viren dort. Gegen beides kann man aber ohnehin therapeutisch nichts machen bzw. ist die einzige Therapie hinlegen, viel Ruhe, genug Trinken und bei Bedarf Paracetamol einwerfen.DSC00307
Genau daraus bestanden denn auch die nächsten 5 Tage, unterbrochen nur von weiteren Bluttests im Spital, die den Verdacht auf Dengue definitiv bestätigt haben. Das Fieber hat Chrissie vier Tage lang im Griff gehabt, dann endlich wurde es besser. Und es war insgesamt ein harmloser Verlauf – es gibt bei Dengue auch eine gefährliche Variante mit inneren Blutungen, diesen Spass hat Chrissie aber zum Glück ausgelassen!
Während Chrissie also gelitten hat, habe ich unsere nächste Etappe canceln müssen, weil er überhaupt nicht reisefähig war. Das schöne Aitutaki, das ähnlich toll wie Bora Bora sein soll, haben wir deshalb also leider nicht gesehen… Stattdessen sind wir insgesamt 10 Tage auf Rarotonga geblieben und in der zweiten Hälfte der Zeit, als es Chrissie endlich etwas besser ging in eine wunderschöne Villa umgezogen, die wir Dank Mitleidsbonus zum Megasonderpreis bekommen haben.
So hatten wir doch noch drei schöne Tage dort.DSC00354DSC00355DSC00324 DSC00346

Leider mussten wir uns aber auch noch dazu durchringen unsere nächste und letzte Südsee-Etappe Samoa abzusagen, aus Angst vor weiteren Infektionen. Denn auch dort sind die infizierten Tigermücken unterwegs, die Dengue, Zika und Chikungunya, ein Virus aus der Karibik und Afrika, übertragen können. Und da dort die Fallzahlen gemäss WHO und der Ärztin in Rarotonga gerade besonders hoch und gerade weiter am Steigen sind und Chrissies Immunsystem immer noch total platt ist, mussten wir es leider absagen. Weil wir so kurzfristig natürlich nichts mehr wirklich stornieren konnten, haben wir unsere Hotelübernachtungen Chloe und Brett, die wir hier in Australien kennengelernt haben (aka Rastaman), geschenkt. Die beiden mussten nur noch Flüge buchen und geniessen jetzt gerade Samoa stellvertretend für uns. Und wenn man den Fotos auf Facebook glauben darf, hätten sie es schlechter treffen können und wir verpassen ein kleines Paradies. Aber es war uns einfach zu riskant, auch wenn es Chrissie inzwischen wieder richtig gut geht.

Aus unseren vorhandenen Flügen konnten wir dank einem epischen Telefonat mit Virgin einen Rückflug von Rarotonga basteln und haben sogar noch etwas Geld zurückbekommen (das aber vermutlich nur, weil die Dame im Callcenter einen Fehler zu unseren Gunsten gemacht hat, aber wir wollen uns ja nicht beklagen!). Nach all den Hotels aber auch dem vielen Umherreisen haben wir uns wieder richtig auf Australien und Idefix gefreut. Der Weg bis hierher hat dann aber nochmal über 40 Stunden gedauert, weil unser erster Flug von Rarotonga nach Auckland 12 Stunden Verspätung hatte. Das hiess also Übernachten in einem von der Fluggesellschaft organisierten ziemlich üblen Hotel und dann endlich Flug nach Auckland. Dort waren natürlich alle Anschlüsse weg, das wiederum hiess circa 3 Stunden Diskussionen mit dem Bodenpersonal und dann wieder Übernachten in einem Hotel, das wir auch lieber ausgelassen hätten.Wir können aber jetzt zumindest behaupten, dass wir mal in Neuseeland waren. Am nächsten Morgen sind wir dann weit vor Sonnenaufgang aufgestanden und erst nach Brisbane und dann nach Cairns geflogen. Als wir endlich da waren, hätten wir beim Anblick von Idefix vor Freude fast geweint!!!

Und als Trostpflaster für Aitutaki und Samoa haben wir uns als allererstes eine neue Matratze fürs Dachzelt gegönnt und heute Nacht 12 Stunden geschlafen wie die Murmeltiere. Und jetzt, mit einem gut gefüllten Kühlschrank und dem ersten wieder selbst zubereiteten Essen im Bauch ist es wirklich fast ein bisschen wie zu Hause sein. Trotzdem wächst unser Heimweh täglich und wir freuen uns inzwischen tatsächlich auch wieder aufs Zurückkommen.GOPR1071

Wir schicken euch ganz viel Sonne und Wärme und melden uns dann das nächste Mal wieder mit Campingnachrichten und ohne Overwater Bungalows…

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3 Gedanken zu “Südsee – von “grandios” bis “zum Vergessen”

  1. Ihr lieben zwei – plötzlich hat es doch noch geklappt und endlich gab unser alter ipäd-knochen euren südseetext preis. Vielen dank für all die wunderbaren eindrücke, so dass wir das gefühl bekamen, mitdabei gewesen zu sein. Leider liess sich der walfilm nicht öffnen, konnten ihn aber bereits auf fb schauen(?). Gottlob ist christoph wieder auf dem damm!!!! Und jetzt das doch bereits vertraute aussi wird gut tun. Wir zählen countdown mit euch und sind froh, euch wieder nahweg zu wissen. Euch weiterhin viel grosses und tolles kino, eure m’s

  2. Julia, deine Reiseberichte sind einfach Super!!! Sooo unterhaltsam! Danke. Ich wünsche euch noch eine ganz tolle Reise! Liebe Grüsse Connie

  3. Julia je voie que ta perseverance en français ta aidée dans ton voyage. Je ne pense pas que tu as du utiliser le mot marteau piqueur

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