Urwald, Tintenfisch und Sydney

Lang, lang ist’s her, seit wir uns das letzte Mal gemeldet haben. Eine Mischung aus viel los und völliger Entspannung (und damit einhergehender Faulheit) ist schuld… Aber der Reihe nach. Nach dem CREB-Track sind wir mit Brett (aka Rastaman) und Chloe am Wonga Beach gelandet und haben dort auf dem Campingplatz den Altersschnitt rapide gesenkt – war trotzdem super dort, vor allem der lange Palmenstrand, an dem man toll spazieren gehen konnte.DSC04539_WongaBeach_3 Von dort aus haben Chrissie und ich uns dann in den Daintree Nationalpark aufgemacht. Bevor die Strasse durch den ältesten Regenwald der Welt führt, mussten wir erst eine Fähre nehmen. Lustig, denn zwei Tage vorher haben wir exakt den selben Fluss ein paar Kilometer flussaufwärts mit dem Auto durchfahren. Aber an dieser Stelle war’s wohl doch etwas tiefer.DSC04540_DaintreeFähre_3DSC04547_Daintree_2Der Daintree ist ein regelrechter Dschungel, es ist grün, grün und nochmal grün! Und auf einem Spaziergang durch diesen Urwald sieht man riesengrosse, quietschgrüne und ungewöhnliche Pflanzen. Besonders die Bäume sind definitiv höher als im Sihlwald ;-) DSC04547_Daintree_6DSC04547_Daintree_7Am Cape Tribulation haben wir uns dann auch in bester Tarzan und Jane-Stimmung beim Jungle Surfing von Riesenbaum zu Riesenbaum geschwungen.DSC04555_DaintreeJungle_Surfing_1Man beachte besonders Chrissies Helm, den ihm ein leicht sadistisch veranlagter Instruktor verpasst hat. Aber wir hatten beide noch Glück! Es gab auch einen Helm mit der Aufschrift „Stiffler’s Mum“…DSC04550_DaintreeJungleSurfing So schön der Urwald im Daintree auch ist, nach ein paar Tagen hatten wir’s gesehen. Am Ende ist Grün halt eben doch einfach nur Grün und noch mehr Grün. Als Kontrastprogramm sind wir ins im Vergleich dazu geradezu mondäne Port Douglas gefahren und waren von den „Menschenmassen“ (man stelle sich eine Schweizer Kleinstadt vor…) erstmal etwas überfordert, nach so langer Zeit am Ende der Welt. DSC04565_PortDouglasAn die Annehmlichkeiten von Cafés und Restaurants konnten wir uns allerdings doch recht schnell wieder gewöhnen…DSC04569_PortDouglas Kurz haben wir danach mal die Küste verlassen und sind über die Hügel nach Kuranda gefahren. Kuranda ist normalerweise ein beliebtes Ausflugsziel von Cairns aus.DSC04585_KurandaDie meisten Leute kommen dort entweder mit der historischen Scenic Railway oder der supermodernen Gondelbahn (wie im Skigebiet!) an. DSC04575_Kuranda_2Als wir dort um kurz vor drei am Nachmittag angekommen sind, hatten wir aber das Gefühl in einer Geisterstadt gelandet zu sein. Die Gondelbahn wurde gerade gewartet und deshalb hatte praktisch alles geschlossen… Also sind wir doch wieder an die Küste gefahren und eher zufällig in Palm Cove gelandet – hier haben wir auch Chloe und Brett (mal wieder!) getroffen.DSC04589_PalmCoveEndlich konnten wir auch wieder im Meer baden – die Krokodilgefahr ist hier nur noch minimal, wir haben entschieden, dass das als Argument für eine Runde Schwimmen ausreicht.DSC04589_PalmCove_1Das Bad wurde dann am Abend mit einer Flasche Veuve Cliquot gebührend gefeiert, hat schliesslich lang genug gedauert, bis die Kroks uns endlich wieder das Meer überlassen haben.DSC04589_PalmCove_7Palm Cove ist bisher einer unserer Lieblingsorte – ein kleines Städtchen mit langer Uferpromenade,  auf der einen Seite Meer, Strand und Palmen und auf der anderen viele kleine Cafés und Restaurants. Zufällig sind Chrissie und ich am zweiten Tag im Restaurant „The Rising Sun“ gelandet und haben auf Empfehlung unserer Tischnachbarn den „Crispy fried squid“ bestellt – was für eine Offenbarung! Dieses Gericht ist definitiv das Beste, was einem Tintenfisch so passieren kann!DSC04587_PalmCoveUnd dann ist etwas geschehen, was wir so auch noch nicht erlebt haben: wir haben uns so wohl gefühlt in Palm Cove und fanden den Crispy squid so genial, dass wir insgesamt acht Nächte geblieben sind und sechsmal ins Rising Sun zum Essen gegangen sind!! DSC04593_PalmCoveAn einem Tag hat Chrissie den Squid sogar als Vor- und Hauptspeise bestellt… Und ab Tag 5 haben wir 10% Stammkundenrabatt bekommen. Nochmal sechs Besuche später hätten sie das Gericht wahrscheinlich nach uns benannt!DSC04586_PalmCoveUnsere Tintenfischorgie endete erst, als wir zu unserer nächsten Etappe aufbrechen mussten. Für die nächsten Wochen standen Sydney und die Südsee auf dem Programm. Also mussten wir vorher noch einen Grosswaschtag einlegen, unsere Koffer packen und den Inhalt unserer Kühlschranks verschenken. Die Leute auf dem Campingplatz haben sich wahrscheinlich gefragt, was zum Henker wir da veranstalten, es sah wild aus rund um unser Auto…DSC04597_PalmCoveIdefix haben wir für die nächsten Wochen in Cairns bei einem Langzeitparking abgegeben und sind als dann nach Sydney geflogen.DSC00021_SydneyDSC00022_SydneyNachdem wir Chrissie erstmal neue Schuhe besorgt haben – er hatte nur noch FlipFlops, haben ja seit Monaten nix anderes getragen – und uns in unsere wärmsten Klamotten geworfen haben, konnte unsere Touri-Tour losgehen.DSC00033_Sydney_2Ganz klassisch mussten wir natürlich die Sydney-Klassiker Opernhaus und Harbour Bridge abhaken.DSC00033_Sydney_3Wir haben uns aber auch viele andere hübsche Viertel von Sydney „erlaufen“. Besonders gut hat’s uns in Surry Hills mit den vielen Cafés, Restaurants und Läden gefallen. Unter anderem gab’s dort auch eine Bäckerei, die Brot, Gipfeli etc. im Angebot hatte, die tatsächlich mit unserer mitteleuropäischen Auffassung davon in Einklang gestanden sind! Knusprig! Und es gab Brot, das KEIN Toastbrot war… Ein Traum ging in Erfüllung – das mag jetzt für die meisten seltsam klingen, aber wer mal versucht hat, in Australien ausserhalb von Sydney etwas zu kaufen, was unserer Vorstellung von Brot nahe kommt, der weiss wovon wir reden…DSC00023_SydneyAusserdem habe ich nach über vier Monaten meine Haare mal wieder in eine Art Frisur verwandeln lassen – es ging also ungewohnt zivilisiert zu. An unserem zweiten Abend in Sydney sind wir mit der Fähre nach Manly gefahren und haben dort Andreas und Ren getroffen. Es war ein echtes Blind Date – denn wir wussten nicht viel mehr, als dass Andreas der Bruder meine Freundin Ina ist und dort seit ein paar Jahren lebt. Trotzdem wir uns also nicht kannten, hat die Chemie gleich gestimmt und wir haben einen tollen Abend zu Viert verbracht. Andreas ist fleissiger Leser unseres Blogs hier und möchte auf diesem Weg berühmt werden – et voilà!DSC00033_Sydney_9
Im Gespräch mit Andreas ist Chrissie auf das Thema „Nürnberger Rostbratwürste“ gekommen. Die kann man in Australien gemäss Andreas bei Aldi kaufen kann oder man entdeckt zufällig das „Löwenbräu“ mitten in Sydney und bestellt sich eine Portion – gleich noch mit einem Schweizer Wurstsalat dazu, wir hatten Heimweh! Ach ja: und nicht zu vergessen die Apfelschorle…DSC00033_Sydney_10In unseren ersten Wochen der Reise haben wir Sarah und Peter aus Sydney kennengelernt – wir hatten damals einen tollen gemeinsamen Dachzelt-Abend in Westaustralien. Die beiden haben uns damals eingeladen, sie in Sydney zu besuchen, was wir natürlich gern angenommen haben. Als erstes Highlight hatten sie ein Wochenende in den Blue Mountains organisiert.DSC00035_BlueMountains DSC00046_BlueMountains_23Wir hatten ein kleines Chalet mit Kamin und haben’s uns dort richtig gemütlich gemacht. Danach mussten die beiden wieder arbeiten, haben uns aber trotzdem noch weitere vier Nächte in ihrer winzigen Wohnung beherbergt. Nur Kater Max fand es nicht so toll, dass wir mitten im Wohnzimmer auf seinem Teppich gepennt haben… Als Dankeschön für die grosse Gastfreundschaft habe ich für die beiden an einem Abend gekocht. Sie mussten also nach der Arbeit einfach nur noch Platz nehmen und ich hatte endlich, endlich mal wieder eine richtige Küche zur Verfügung. Herrlich!DSC00047_SydneyEin weiteres Highlight in Sydney war der Coastal Walk, der vom berühmten Bondi Beach aus immer entlang der Küste führt. Über Klippen, durch kleine Dörfer und Buchten und Strände führt ein herrlicher Weg, den wir bei perfektem Sonnenschein sehr, sehr genossen haben.DSC00051_SydneyDSC00054_Sydney_3 Und vor ein paar Tagen haben wir wieder ein Flugzeug bestiegen und sind nun in Neukaledonien, der ersten Station unseres Südsee-Abenteuers. Bisher hatten wir völlig unsüdseemässiges Wetter und das Meer sah eher aus wie die Ostsee als die Südsee… Aber Chrissie meinte, er kontaktiert den Wettergott mal über Facebook und organisiert uns ab jetzt besseres Wetter. Aloha und bis bald, dann hoffentlich in der türkisblau-Sonnenschein-Palmen-Korallen-Version!

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Ein Gedanke zu “Urwald, Tintenfisch und Sydney

  1. Hallo ihr zwei, danke für die tollen Berichte, so das wir hier fast live dabei sein können. Aber Julia den Spruch mit der Ostsee nehm ich als Rostocker dir ja doch ein bisschen übel. Wünsch Euch trotzdem noch schöne Wochen in der Südsee.
    Gruss
    Thomas

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