Lebenszeichen

Kurzmitteilung

An alle, die sich gefragt haben, wo zum Henker wir eigentlich abgeblieben sind: wir stecken in einem epischen Funkloch namens “The Kimberleys” (schätzungsweise so gross wie die Schweiz oder sogar noch grösser!) und werden da auch noch einige Zeit feststecken. Zum Glück hat ein kleiner Campground hier in Kalumburu zumindest ein schwaches WiFi-Signal. Uns geht’s ganz wunderbar und beim nächsten Beitrag gibt’s auch wieder viiiieeele Bilder!
Bis bald…

Palmen, tiefe Schluchten und endlich kocht mal jemand anderes

Endlich, endlich: Palmen für Chrissie! Nachdem er seit Beginn unserer Tour die Abwesenheit von Palmen beklagt hat, hatte Carnarvon, ein kleines Städtchen an der Küste, endlich einiges an schattenspendenden Palmen im Angebot.DSC03489 Bisher haben wir zwar viel Meer und Klippen, Steine und Sand gesehen, aber irgendwie gab’s nie Schatten. Seit Carnarvon wurde das nun endlich besser und die Bäume haben uns nicht mehr verlassen. DSC03506 Drei Nächte sind wir – ich sag nur: Palmen! – als nächstes in Coral Bay geblieben. Hier beginnt das Ningaloo Korallenriff, dass sich geschätzte 200 km entlang der Küste erstreckt. Und es dürfen sich alle aus meiner Familie wundern: ich war tatsächlich im Meer! Damit nicht genug, ich hab sogar geschnorchelt und mich über Korallen und Nemos kleine und grosse Freunde gefreut. Wer hätte das gedacht ;-) (okay, ich habe mich währenddessen an Chrissie festgeklammert, aber hey, aller Anfang ist schwer…). DSC03501 Ausserdem haben wir mal wieder Landsleute getroffen – diesmal mit einem Luzerner Kontrollschild und mit dem Reiseblog www.immerweiter.ch. Martina und Silvan haben uns von ihren Abenteuern erzählt, ein paar Tipps mitgegeben und zwe riesige Pizzen mit uns geteilt – sehr schöne Begegnung so weit weg von daheim!

Nach so viel Strand und Meer haben wir uns bereit gefühlt für eine Tour ins Landesinnere. Ziel: Karajini National Park. Auf dem Weg dorthin hat Chrissie seine frisch reparierte Drohne getestet und sie ist perfekt geflogen. DSC03513 Allerdings ist der rote Staub, der einfach typisch Australien ist, Gift für die feinen Elekroteile. Deshalb hat die Drohne leider jetzt fürs Erste Kofferpause. DSC03522 DSC03527 DSC03565 DSC03530 Der Karajini Park war bisher unser Lieblingsort auf der Reise. Auf den ersten Blick sieht es dort wenig spektakulär aus mit gelbem, hohem Gras und einzelnen Bäumen. Tatsächlich gibt es dort aber tiefe  Schluchten, Flüsse und Wasserfälle. DSC03632 DSC03630    DSC03616 DSC03593 DSC03589  DSC03562 DSC03554 DSC03550 DSC03549 DSC03546 Wir haben zwei Schluchten durchwandert und fantastische Farbspiele, bizarr geformte Felswände, Wasserfälle, unglaubliche Bäume und dazwischen auch Pools zum Schwimmen gesehen. DSC03641 DSC03620 DSC03623 Sehr eindrücklich und im Wasser vor allem auch sehr kalt! Zahlreiche „Nicht in den Pool springen“-Verbotsschilder halten echte Aussies natürlich  nicht davon ab, genau das doch zu tun. DSC03629 Wir haben ein paar Mal die Luft angehalten beim blossen Anblick und uns dann für einen etwas gemütlicheren Pool mit Leiter entschieden. DSC03636 Der Kontrast zwischen rotem Fels, den grünen Bäumen und dem unglablich blauen Himmel war wunderschön. DSC03645 Das einzige Problem im Karajini waren die fiesen Nachttemperaturen. Bereits gegen 20 Uhr haben wir draussen so gefroren, dass wir lieber unter die Bettdecke geflüchtet sind. Nach einer wirklich durchgefrorenen Nacht haben wir aufgerüstet – normale Bettdecke plus 4 Fleecedecken plus Socken, lange Hosen, mehrere langärmlige Oberteile, Strickmütze und Kapuze. Selbst dann wäre „kuschlig warm“ eine masslose Übertreibung. Aber wir haben’s überlebt und konnten uns ja tagsüber bei bestem Wetter wieder aufwärmen.

Vom Karajini ging es weiter in Richtung Broome – das bedeutet Hunderte von Kilometern Fahrt. Auf unserer Fahrt durch die schöne „Pilbara“ mit ihren einzigartig geformten Hügeln und Farben sowie dem darauf folgenden unglaublich vielen Nichts erreichten wir irgendwann auch mal ein Roadhouse (=so eine Art Raststätte, einfach in der staubigen Aussie-Version).

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Dort konnte Christoph endlich die riesigen „Road Trains“ in Ruhe und aus der Nähe betrachten. Enorme Zugmaschinen mit bis zu vier grossen Anhängern (d.h. ca. 170 Tonnen und über 60 Meter Länge!!!) donnern hier mit 100km/h über die Strassen und überholen auch uns mal ganz gerne, wenn wir mit spritsparenden 90km/h unterwegs sind, da sich unser Idefix dank Dachkiste und dem Dachzelt bei 110km/h gleich mal 5 Liter mehr Diesel gönnt.

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Nachts sind sie beleuchtet wie der Coca Cola Weihnachtstruck und hören sich aus der Ferne wie ein startender Jumbo-Jet an. Ein echter Jungstraum also! Auf dem Highway No. 1, der Hauptverbindungsachse von Süden nach Norden, gibt es leider keine 500m ohne „Roadkill“. Ganze Kühe liegen hier neben der Strasse, die wohl nachts von den Road Trains mit ihren riesigen und durchaus beeindruckenden Kuhfängern – von Christoph liebevoll „Beef Mincer“ getauft – von der Strasse gefegt werden.

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Ein Übernachtungsstopp am De Grey River auf einem sehr idyllischen Campground hat uns so gut gefallen, dass wir einfach noch eine Nacht länger geblieben sind.

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Auch hier haben wir wieder nette Leute kennen gelernt und sind jetzt mit Peter und Sara nach unserer „4×4 Roof Top Tent Party“ am Lagerfeuer für Drinks im September in Sydney verabredet.

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Im Moment sind wir in Broome, dem ersten Städtchen seit langer Zeit mit mehr als einem Restaurant.

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Deshalb haben wir auch beschlossen, Gasflasche und Kocher gleich im Auto zu lassen und lassen uns seither morgens, mittags und abends bekochen – mit unterschiedlichem Erfolg. Gestern Abend haben sie uns eine Pizza serviert, die eher an einen Butterzopf mit Tomaten erinnert hat… Aber immerhin mussten wir nicht abspülen!

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In Broome regieren die 4×4-Autos, denen sich hier sogar die Fussgänger unterordnen müssen…

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Heute versuchen wir Tickets für ein altes, ziemlich uriges Openair-Kino zu bekommen und füllen unsere Vorräte auf für den weiteren Trip ans Cape Leveque.