Reisli, Klappe die letzte

Seit drei Tagen sind wir nun also wieder wohl behalten zu Hause. Der Flug war vor allem furchtbar lang und unsere Erschöpfung dementsprechend gross, als wir in Zürich gelandet sind. Wider Erwarten ist sogar all unser Gepäck inklusive Flugdrohne gemeinsam und am Stück mit uns angekommen.
Die eigentliche Überraschung hat uns dann nach der Zollkontrolle erwartet – das Empfangskomitee war grösser als angekündigt und neben Chrissies Eltern und Bruder standen Julias Eltern als Überraschungsgäste mitsamt selbst gemalten Plakaten ebenfalls da! Die Wiedersehensfreude war riesig, die Tränchen sind geflossen und vor lauter Emotionen hat keiner an ein Erinnerungsfoto gedacht…

Inzwischen haben wir den heftigen Jetlag halbwegs hinter uns und den ersten Zürich-im-Vorweihnachtsstress-alle-tragen-schwarze-Mäntel-wir-müssen-wieder-in-einem-geschlossenen-Raum-schlafen-Schock verwunden. Dass wir jetzt aber wieder Socken tragen müssen macht uns doch noch zu schaffen ;-)

Umso lieber schwelgen wir nun noch einmal in Erinnerungen und blicken zurück auf die beste Reise aller Zeiten – oder besser gesagt DAS Reisli. Getrennt voneinander haben wir unsere Eindrücke hier für euch in einem kleinen Fragebogen gesammelt. Und an der Länge der Antworten lässt sich auch ablesen, wer von uns die Laberbacke ist, ähem…

Unvergesslich?
Chrissie: Irgendwie ist die ganze Reise unvergesslich! Am ehesten noch den Trip ans Cape York über den OTT, das Steckenbleiben mit Idi im Treibsand und natürlich Julias leckere Camping Kochereien!DSC04251_CapeYorkDSC03897_KimberleysRussCreekDSC03485
Julia: Das gesamte Reisli. Ich bin mir sicher, wir haben auch in 50 Jahren noch „weisst du noch“-Momente.

Zum Vergessen?
Chrissie: Also die grösse Südseeinsel „Neukaledonien“ kann man getrost vergessen.
Julia: Eindeutig Neukaledonien! Was für eine Enttäuschung… Wir hatten ein ursprüngliches Südseeparadies erwartet und haben uns neun Tage lang auf die Weiterreise gefreut!DSC00067---Kopie


Mmmmh, so lecker?
Chrissie: Julias Camping Food und die erste gute Pizza in 8 Monaten in Brisbane, wir haben gleich drei davon gegessen.1 (251)
Julia: Richtig toll auswärts gegessen haben wir nicht sooo häufig. Aber ganz offensichtlich hat es uns ja im „Rising Sun“ in Palm Cove geschmeckt, wo wir sechsmal hingegangen sind und immer den „Crispy fried squid“ gegessen haben. Muss ich unbedingt bald mal versuchen nachzukochen! 23 Palm Cove (14)Und unser Abschiedsmittagessen in Sydney beim Italiener war auch wahnsinnig gut. Seit Abflug der erste wirklich fantastische Mozzarella mit Prosciutto, eine richtig italienische Pizza und sooo leckere Pasta mit Steinpilzen. Beim Abschlusstiramisu sind uns dann vor lauter Vorfreude auf ähnlich gutes Essen daheim fast die Freudentränen gekommen…

Ähm, nee, muss nicht nochmal sein?
Chrissie: Nochmals von einer Dengue infiszierten Mücke gestochen zu werden, und der Lärm von Stromgeneratoren auf Campingplätzen.DSC00307
Julia: 99% aller Würste, die man im Supermarkt kaufen kann. Hundefutter ist vermutlich hochwertiger… (Deshalb mussten wir auch vier Stunden nach der Ankunft trotz Jetlag direkt eine Bratwurst am Sternengrill essen gehen, um dieses Trauma quasi zu überwinden!)

Bester Campground?
Chrissie: Och, was für eine schwierige Frage. Gab es doch einige Top-Notch Übernachtungen! Ich kann es da nicht bei einem belassen und nenne:

  • Gullet Bluff in WA , menschenleeres Campen 50m vom Meer entferntDSC03451_GouletBluffSharkBay
  • De Grey River in WA, Campen inmitten von Kühen unter Baum-Schattendach am FlussDSC03668
  • Sams Creek am OTT in QLD, warmes, glasklares Wasser mit türkisfarbenem Wasserfall-Pool
  • Fraser Island1 (113)

Julia: Ganz schwierig da nur einen auszusuchen, es gab so viele tolle Orte. Super war auf jeden Fall der Lennard River in den Kimberleys, wo wir mit Nicki, Roy und Kevin zwei tolle Tage hatten. Inklusive Zopf- und Kuchenbacken, Haareschneiden und Überraschungsfrühstück mit Tischdecke, zubereitet von unseren Reisegefährten.DSC03826-1_KimberleysLennardRiver DSC03820_KimberleysLennardRiver GlobexplorerDSC03805-1_KimberleysLennardRiver

Schlimmster Campground?
Chrissie: Irgendwie gab es keinen schlimmen Campground. Wir hatten ja das Zelt auf dem Dach und wenn es uns nicht gefallen hat, sind wir einfach weiter gefahren. So spontan kommt mir nur die Nacht „in the middle of nowhere“ in den Sinn, wo wir auf dem Savannah-Way abseits der Strasse im Nirgendwo übernachtet haben. War gaaanz schön Dunkel die Nacht!DSC04223_SavannahWay
Julia: Schlimm wurde es an einigen Orten dank diversen Insekten. Besonders „ins Herz geschlossen“ habe ich die Sandflies, die an einigen Abenden und Morgen eine All-you-can-bite-Party auf meinen Armen und Beinen gefeiert haben.


Die besten Begegnungen?
Chrissie: Die Buckelwale auf Moorea, Kakadus in Airlie Beach sowie die vielen offenen, warmherzigen und gastfreundlichen Menschen, welche wir in Australien getroffen haben.7-Airlie-Beach-(17)DSC06312
Julia: Die Australier sind unglaublich offene, gastfreundliche und herzliche Menschen! Besonders toll war aber natürlich das gemeinsame Reisen mit Nicki, Roy und Kevin und die gemeinsame Zeit mit Sarah und Peter in Sydney. Danke euch besonders!!!DSC03980_Purnululu_9DSC00046_BlueMountains_23

Begegnungen, auf die du lieber verzichtet hättest?
Chrissie: Auf die anfänglichen mechanischen Zickereien von Idi und auf den Typen von Campsite 37 am Rainbow Beach Campingplatz, welcher den ganzen Tag laute Musik gehört hat und nicht davon abzubringen war.
Julia: Eine unserer letzten Nächte haben wir auf einem an sich schönen Campground mitten im Wald verbracht. Wenn da nicht die unmögliche Truppe gewesen wäre, die bis in die Nacht den gesamten Platz mit ihrer Musik beschallt und auf unsere Bitten, doch bitte die Lautstärke leiser zu stellen ziemlich aggresiv reagiert haben. Die etwa fünfjährige Tochter des einen Idioten hat mich tatsächlich „Bitch“ genannt, woraufhin er nur beifällig genickt hat… Da fehlten mir dann tatsächlich die Worte!


Bester Kauf?
Chrissie: Ein 4 Tonnen Air Jack J (Wer unseren Blog gelesen hat weiss warum)DSC03899-18_KimberleysRussCreek
Julia: Das ausklappbare Pneu-Tischli, auf dem ich meine Campingküche allabendlich aufgeschlagen habe. Top investierte 40 Dollar!DSC03393

Völlig dämlicher Kauf?
Chrissie: Mein Kindle eReader… ich mag einfach in die Luft gucken mehr als lesen.
Julia: Die aufklappbare Küche, die wir bereits am zweiten Abend weiterverschenkt haben – einfach überflüssig!


Was wirst du vermissen?
Chrissie: 8 Monate lang kurze Hosen und Flip-Flops zu tragen und jeden Tag von der Sonne geweckt zu werden.DSC00355
Julia: 24/7 mit Chrissie, die Freiheit, das Campen, das Meer, die viele frische Luft, das Dachzelt, das Unterwegs-sein und das viele Neue, die lockeren, unkomplizierten Menschen, die Sonne und Wärme… Ach, ich kann gar nicht mehr aufhören mit Aufzählen!GOPR1071

Was wirst du ganz sicher nicht vermissen?
Chrissie: Grey-Nomads (das sind pensionierte Australier, die riesige Wohnwagen durchs Land zerren) mit Stromgeneratoren sowie die vielen unnützen Strassen- und Verbotsschilder sowie das QLD Campground Booking System.
Julia: Sandflies, Moskitos, Quallen, Krokodile, Fliegen!1 (21)


Bester Tag?
Chrissie: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag. Kurz: Jeder Tag mit Julia!3 Limmen NP (1)
Julia: Der erste Tag auf Bora Bora. IMG_4440Es war überwältigend schon aus der Luft, aber dann wirklich tatsächlich dort zu sein, Blumenkranz um den Hals mit dem Boot über dieses unglaubliche Türkis zu düsen, dann die Insel im Hintergrund. GOPR0733DSC00192Und dann die Ankunft im Hotel und der erste Blick in unseren fantastischen Overwater Bungalow, dazu die Flasche Champagner… Einfach nur WOW!

Schlechtester Tag?
Chrissie: Was bitte ist schlecht? :-)
Julia: Als Chrissie in Rarotonga plötzlich mit hohem Fieber im Bett lag und sich dann rausgestellt hat, dass der Ärmste den Dengue-Virus erwischt hat!


Bester Strand?
Chrissie: Cape Leveque in WADSC03729_CapeLevequeDSC03736_CapeLeveque
Julia: Ganz Fraser Island ist ja quasi ein einziger, riesiger Strand. Zwar ohne Palmen, aber trotzdem wunderschön.DCIM100GOPRO 1 (10)

Schlechtester Strand?
Chrissie: Den Strand in Cairns kann man vergessen, der ist mehr eine Schlammpfütze.
Julia: Sehr enttäuscht war ich von der Absenz schöner Strände auf Neukaledonien. Und in Australien war es ziemlich frustrierend, dass auch am schönsten Strand meist irgendein fieses Vieh im Wasser gelauert und Schwimmen unmöglich gemacht hat (erst Krokodile, dann Quallen und dann Haie).4-1-Townsville-1


Das Beste an Idefix?
Chrissie: Die Klimaanlage.
Julia: Idefix war unser mobiles Zuhause, hat uns gekühlt (Klimaanlage), gewärmt (nachts im Dachzelt), mit kühlen Getränken und warmem Essen versorgt, hat uns brav durch jeden Fluss, den tiefsten Sand und über die steilsten Hügel gebracht… Wir waren auf der Reise also quasi zu Dritt unterwegs ;-) DSC03530

Das Doofe an Idefix?
Chrissie: Er hat am Anfang etwas viel mechanische Streicheleinheiten gebraucht.IMG_3214
Julia: Dass er nicht mit uns nach Hause kommen konnte, sondern in fremden Händen zurückbleiben musste. Schnief…


Dein Lieblingsmoment?
Chrissie: Jeder Moment mit Julia war mein Lieblingsmoment!DSC04539_WongaBeach_3
Julia: Als in Moorea plötzlich die Buckelwale unter uns durchgeschwommen sind.


Dein Hab-ich-schon-wieder-verdrängt-Moment?
Chrissie: Kann mich nicht daran erinnern, habe ich verdrängt.
Julia: Als Chrissie das Auto in den Kimberleys im Treibsand versenkt hat. Kann ich zwar heute drüber lachen, in der Situation selbst fand ich es aber Null witzig!DSC03899-14_KimberleysRussCreek


Schönste Strecke?
Chrissie: Old Telegraph Track! What else!?DSC06224 DSC05524 DSC04322 DSC04297
Julia: Im Rückblick der Old Telegraph Treck hoch zum Cape York. Ich hatte zwar Schiss für zehn, es war aber einfach toll.

Langweiligste Strecke?
Chrissie: Higway No. 1 zwischen Perth und Broome. Dort gibt es nichts zu sehen…
Julia: In Westaustralien die Strecke durch die sogenannte Pilbara. Mehr Nichts geht fast nicht – Langeweile bekam da eine ganz neue Bedeutung.

 

Beste Eigenschaft deiner Reisebegleitung?
Chrissie: Beste Eigenschaft? Julia IST die BESTE überhaupt und sowieso!IMG_4003
Julia: Er ist wie er ist. Das ist das Beste. Dass er ausserdem noch Autos reparieren und ausgezeichnet fahren kann, dass er jeden Tag abgespült und mich monatelang zum Lachen gebracht hat. Und überhaupt. Alles :-) DSC04053_Bali

Nervigste Eigenschaft deiner Reisebegleitung?
Chrissie: Will am Flughafen am liebsten schon 3 Stunden vor Abflug am Gate sein, und möchte beim Boarding am liebsten 30min. in der Schlange stehen. Julia begreift einfach nicht, dass ihr Sitzplatz schon reserviert ist ;-)
Julia: Seine Leidenschaft dafür, das Auto und uns in gefährliche bzw. schlammige Situationen zu bringen. Und dann auch noch zu sagen: „it’s all part of the fun“. Aha.DSC04400


Campen ist genial, weil…?
Chrissie: Weil man immer draussen in der Natur ist. Trifft aber nur zu wenn’s dauernd warm und schön ist.DSC03659
Julia: … wir mitten in der Natur an den besten Stellen jederzeit unser Camp aufschlagen konnten und unser Schneckenhaus immer dabei hatten.DSC03391

Campen ist doof, weil…?
Chrissie: Man hat wenig Privatsphäre und kein Sofa zum Abhängen, manchmal kann es auch ganz schön feucht und kalt werden.DSC04004_Purnululu_1_1
Julia: … unterm Strich ein richtiges Bett einfach bequemer ist.


Der ultimative Luxus?
Chrissie: Bora BoraG0040815
Julia: Der Overwater Bungalow auf Bora Bora. Mehr geht nicht.Bora BoraBora Bora

Drunter geht gar nicht?
Chrissie: Notausgangssitze im FlugzeugDSC00022_Sydney
Julia: Ich kann so ziemlich aus Nichts ein annehmbares Essen basteln. Wenn aber sowohl Knoblauch als auch Zwiebeln alle sind, dann wird’s anspruchsvoll.1 (144)


Wichtigstes Teil aus deinem Gepäck?
Chrissie: Brille und Unterhosen
Julia: Mein Kindle eReader. Ich habe fast 90 Bücher gelesen und jedes einzelne genossen. Auch wenn Chrissie gewisse Eifersuchtsanfälle gegenüber dem Ding hatte, hätte ich es nicht missen mögen.

Hättest du echt zu Hause lassen können?
Chrissie: Socken und 50% meiner kurzen Hosen
Julia: Eigentlich nichts, der Inhalt meiner Tasche hat sich als ziemlich sinnvoll erwiesen. Ich hätte vielleicht meine Sorgen zu Hause lassen können, dass irgendwas schief geht. Kommt sowieso alles wie es muss und meistens kommt’s gut!DSC04101_Bali


Was würdest du am Reisli genau so wieder machen?
Chrissie: Einfach alles! (Ausser nächste Frage).
Julia: Es mit Chrissie und Idefix gemeinsam machen!DSC04135_LimmenNP

Und was würdest du heute anders planen?
Chrissie: Zwei Tage Singapore statt vier, Neukaledonien und Moorea würde ich auslassen und Business Class für den langen Flug buchen.DSC04177_1_SavannahWay
Julia: Westaustralien würde ich vermutlich weglassen, dafür aber noch den Süden sehen. Und vom Südseetrip würde ich – überraschend – Neukaledonien weglassen, evtl. auch Tahiti und Moorea. Letztendlich glaube ich aber, dass die Strecke an sich gar nicht so wichtig ist, sondern dass vielmehr die Tatsache, überhaupt auf Reisen zu sein und die Begleitung, entscheidend sind.DSC03881_KimberleysMitchellFalls


Worauf hast du dich zu Hause gefreut?
Chrissie: Auf meine Familie, meine Freunde. Eine Sternengrill Bratwurst, Spagetti Vongole in der Cantinetta Antinori und das Steak mit Morchelrahmsöseli und Nudeln vom Autobahn-Spanier!
Julia: Unser Bett! Endlich wieder ein Sofa! Eine richtige Küche! Und natürlich vor allem: unsere Familien und Freunde, die uns so herzlich wieder empfangen haben.

Wovor graut dir jetzt schon?
Chrissie: Ich muss meine Steuererklärung 2013 noch machen.
Julia: Vor den typisch grauen Wintertagen und davor, dass der Alltag zu schnell wieder Einzug erhält.


Und sonst so?
Chrissie: Alles Roger!
Julia: Es war einfach nur genial und ich bin unendlich dankbar, dass ich diese Reise machen durfte. Es war die beste Zeit meines Lebens! Danke Chrissie, dass ich sie mit dir teilen durfte <3DSC04550_DaintreeJungleSurfing

Ganz zum Schluss möchten wir uns noch einmal bei euch für die vielen Kommentare, Feedbacks und das Interesse an unserem Blog bedanken. Es hat das Heimkommen sehr erleichtert, da wir zumindest wussten dass zu Hause liebe Menschen auf uns warten, die sich auf uns freuen.

Euch allen nun schöne Weihnachten und einen fulminanten Start ins neue Jahr!

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Noch mehr Sand und Abschiedsschmerz

Erste Station auf unserer letzten Reiseetappe war wie angekündigt Rockhampton. Die australische Steak-Hauptstadt. Sagt das Internet und der Reiseführer. Und dann kommen wir da an und das gemäss Tripadvisor allerallerbeste Steakhouse in Rockhampton sieht von aussen schonmal ziemlich “naja” aus und von innen eindeutig “zum Davonlaufen”. Ein uncharmanteres Restaurant haben wir lange nicht gesehen – aber weil das Restaurant wirklich begeisterte Kritiken überall hatte, haben wir uns überwunden. Und es hat sich gelohnt!1 (1)Ein fantastisches Steak auf dem heissen Stein, hmmmm…. Und wieder mal der Beweis, dass unsere mitteleuropäischen Ideen zum Thema Stil etc. in Australien nicht zwingend gelten müssen.

Viele, die wir unterwegs getroffen haben haben uns vom Ort 1770 vorgeschwärmt – ja, der heisst wirklich 1770 und ist damit wohl der einzige Ort auf der Welt, dessen Name nur aus Ziffern besteht. 1770 liegt auf einer kleinen Landzunge und hat uns deshalb endlich mal wieder einen Sonnenuntergang überm Meer beschert, obwohl wir an der Ostküste unterwegs waren. 1 (2)Der Campingplatz hatte wie so oft von allen Unterkünften die allerbeste Lage und Idefix und wir einen Logenplatz in der ersten Reihe, herrlich.

Für Christophs 29. Geburtstag (ähem…) hatte ich schon vor langer Zeit in einem Partyshop heimlich diverse Accessoires gekauft. 1 (3)Und in Kombination mit der Tradition meiner Familie, dem Geburtstagskind einen Blumenkranz um den Frühstücksteller zu drapieren wurde daraus eine ziemlich bunte Angelegenheit: Glitzerkerzen in Happy Birthday-Form, ein ultimativer “Birthday Boy”-Anstecker (den Chrissie tapfer den ganzen Tag getragen hat und dank dem wir sogar Rabatt in einem Auto-Zubehör-Laden bekommen haben!), Blumen und “Party Poppers”, das sind kleine Luftschlangenbomben, die dem jugendlichen Jubilar besondere Freude gemacht haben ;-) 1 (4)
Leider waren das auch schon die aufregendsten Ereignisse an seinem Geburtstag, weil wir den übrigen Tag fast ausschliesslich in Sachen Auto verbracht haben, es stand nämlich mal wieder ein Service an. Dabei hat sich dann noch rausgestellt, dass eines der vorderen Radlager sich in die ewigen Jagdgründe verabschiedet hatte und so haben wir mal wieder gewartet. Haben ja inzwischen Übung! Aber völlig entgegen unserer bisherigen Werkstatt-Erfahrungen hier in Australien lief diesmal alles glatt – fairer Preis, gute Arbeit, was willste mehr?

Bevor wir uns nach Fraser Island, der grössten Sandinsel der Welt, aufmachen konnten, mussten wir einen kleinen Abstecher nach Gympie machen, um dort auf der Post einen neuen Reissverschluss für die Hülle unseres Dachzelts zu besorgen. Der hatte nämlich beschlossen, sich dem Radlager anzuschliessen und ebenfalls verabschiedet. Mit dem Reissverschluss im Gepäck wollten wir dann aus der Stadt rausfahren und auf dem nächsten Rastplatz den Reissverschluss neu einfädeln. Guter Plan, wenn nicht der Schliessmechanismus der Fahrertür just in dem Moment beschlossen hätte, gemeinsame Sache mit Radlager und Reissverschluss zu machen. Sprich: die Fahrertür ging plötzlich nicht mehr zu.1 (5)
Mechaniker-Chrissie meinte, easy, schnell die Seitenverkleidung abschrauben, kurz dran rütteln und gut is. Denkste. Erstens sah er nach wenigen Minuten aus wie Sau, weil unter der Türverkleidung halb Australien in Staubform auf ihn gelauert hat und zweitens hat es mitten in dieser Aktion plötzlich angefangen zu schütten wie aus Eimern. Ergebnis waren ein dreckiger UND nasser Chrisse plus ein mit Wasser vollgelaufener Werkzeugkasten, dessen 149 Einzelteile ich hinterher liebevoll trocken polieren “durfte”, damit nicht alles sofort rostet. Wäre ja alles schon nervig genug gewesen, aber es hat sich gezeigt, dass ein Plastikteil in dem Mechanismus so kaputt war, dass wir einen neuen Schliessmechanismus kaufen mussten. Also wieder zurück in die Stadt, horrenden Preis für das Mistding bei Nissan hinblättern und insgesamt 3h später konnten wir unsere Reise dann wieder mit vier schliessenden Türen fortsetzen.

Nach Fraser Island kommt man mit einer Fähre, die die Autos direkt am Strand dort absetzt. DCIM100GOPROUnd ab da liegen dann Hunderte von Kilometern auf Sand vor den Abenteurern, die Insel ist nämlich 120km lang. Am schnellsten kommt man direkt am Strand voran, eine Art Sand-Autobahn, auf der die hartgesottenen Aussies gerne auch mal 80 km/h oder schneller fahren. Und es landen dort auch Flugzeuge. Ein ganz normaler australischer Strand also ;-) 1 (17)1 (9)

Circa 15 Minuten nach unserer Ankunft auf der Insel konnten Idefix und Offroad-Chrissie endlich mal wieder zeigen, dass sie’s drauf haben und ihrerseits einen Australier befreien, der sich mitsamt seinem Anhänger im Sand festgefahren hatte. Endlich mal wieder sorum und nicht immer wir am Haken!1 (7)
Im Meer vor Fraser sollte man nicht unbedingt baden, auf der einen Seite sind die Krokodile auf der anderen die Haie. Dafür gibt es im Inneren der Insel wunderschöne Süsswasserseen. 1 (10)Mit dem glasklaren türkisfarbenen Wasser und den weissen Sandstränden haben wir uns fast wieder wie in der Südsee gefühlt, einfach ohne brennendes Salzwasser in den Augen. Besonders der Lake McKenzie hatte es uns angetan und wir mussten gleich mehrmals dort Schwimmen gehen.DCIM100GOPRO

1 (13)Am zweiten Vormittag auf Fraser ist uns auf einer der Sandpisten im Landesinneren der Polizei-Landcruiser begegnet und wir waren beeindruckt vom Tempo, das der auf der holprig weichen Strecke vorgelegt hat. Ein paar Minuten später haben wir auf einem Parkplatz angehalten und zack stand der Polizist mit dem Alkoholtester neben uns. Chrissie hat ihm sofort zugerufen, dass er unbedingt reinpusten möchte, weil er schon Unmengen an Wasser konsumiert habe. Ausserdem hat Chrissie mir zugerufen, dass ich schnell mit dem Fotoapparat kommen soll. 1 (8)Und der netteste Polizist aller Zeiten hat sich dann nicht nur per Handschlag bei Chrissie vorgestellt, er hat auch gewartet, bis ich mein Foto im Kasten hatte und brav mit posiert. Wir haben so unsere Zweifel, ob das in der Schweiz so auch gegangen wäre…1 (18)

Die Westküste von Fraser ist für Autos direkt am Strand nicht befahrbar, weil der Untergrund dort noch weicher ist als an anderen Stellen und die Gefahr, dass das Auto direkt im Sand verschwinden würde ziemlich gross ist. Gut zu besichtigen an den ziemlich rostigen Überresten dieses Traktors…1 (12)

1 (19)Wir hatten auf Fraser ausschliesslich tolle Campingplätze, vor allem die direkt hinter den Dünen waren spektakulär. Windgeschützt stand dort das Auto, weit und breit kein Mensch und wir haben unsere Stühle einfach oben auf die Düne gestellt und die Aussicht aufs Meer und die Sandautobahn genossen. Wunderschön.1 (16)
Einziger Haken waren ganz im Norden die Fliegen…
Chrissie hier zu sehen in seiner Rolle als “Herr der Fliegen”. 1 (21)Es war fürchterlich. Die Mistviecher sassen überall und haben uns schier in den Wahnsinn getrieben. Aber wenn wir es kurz geschafft haben das auszublenden, war es auch dort einfach toll.1 (22)1 (23)

Chrissie war ja vor 18 Jahren schonmal in Australien und unter anderem auf Fraser. Wir hatten deshalb diverse “oh, den Baum/See/Ausblick hab ich damals auch schon fotografiert”-Momente und freuen uns schon auf den Vergleich mit der 2014er Version der Fotos. DCIM100GOPROAnders als vor 18 Jahren gehörten wir auf Fraser aber diesmal eher zur Seniorengeneration – es sind unglaublich viele Backpacker mit Maximalalter 25 unterwegs. So kam’s auch, dass wir irgendwann versucht haben, optisch einfach auch dort mitzuhalten. Hier unser Versuch…1 (15)
Ich glaube, wir bleiben in Zukunft bei unserem echten Alter ;-)

Auf Fraser kommen jedes Jahr viele Wasserschildkröten, um ihre Eier am Strand zu vergraben. Momentan ist grade Hochsaison dafür. Und es ist beeindruckend, was für lange Strecken die Schildkrötenmamas über den Sand zurücklegen – der Strand ist teilweise sicher 50m breit und die Damen kraxeln dann auch noch die Düne hoch, graben dann ein tiefes Loch, legen die Eier ab, schaufeln das Loch wieder zu und müssen dann den ganzen Weg wieder zurück. 1 (20)Am nächsten Morgen kann man dann immer mal wieder Schildkrötenspuren im Sand sehen (am Anfang haben wir ein seltsames Gefährt hinter diesen Spuren vermutet!).

1 (24)Nach fünf wunderbaren Tagen auf Fraser wurde das Wetter langsam schlechter und wir haben uns wieder mit der Fähre auf den Rückweg gemacht. 1 (25)DCIM100GOPROVom Sand hatten wir aber noch lange nicht genug und sind direkt am Strand die Cooloola-Coast runtergefahren. 1 (27)Entlang des Strands sind dort spektakuläre Dünen aus farbigem Sand und weit und breit kein anderes Auto.1 (28)1 (29)

Spätestens nach dieser Etappe wurde uns aber klar, dass wir definitiv wieder in der Zivilisation sind. Plötzlich gab es mehrspurige Strassen, dichten Verkehr und so viele andere Menschen. Je näher wir Brisbane gekommen sind, desto voller wurde es. Brisbane sollte unsere Endstation für die Fahrt sein, weil wir aber etwas früher als gedacht dort waren, sind wir noch ein Stück weiter nach Süden gefahren. Etwas geschockt waren wir von der Gold Coast. Das ist eine Art Miami Beach in der nicht so hübschen Version, das heisst Hochhäuser ohne Ende und Null Charme.1 (30)
Also haben wir beschlossen, uns das eher von Weitem anzuschauen und sind in den Springbrook-Nationalpark gefahren. Der liegt in den Bergen, ist herrlich grün und hat tolle Aussichtspunkte (unter anderem den “Best of all Lookout”, der tatsächlich so heisst!).1 (31)
Das Foto zeigt neben der tollen Aussicht auch das aufziehende Gewitter… Hatten wir monatelang Glück mit dem Wetter, sind wir in den letzten paar Tagen noch einige Male ordentlich nass geworden. Bei einem besonders heftigen Gewitter haben wir uns sicherheitshalber ins Auto verzogen, wir wollten nicht auf den letzten Metern noch vom Blitz getroffen werden.1 (32)

Dennoch waren es nochmal ein paar tolle Tage. Am letzten Campingmorgen hatte Christoph so auch grössere Schwierigkeiten, mich aus dem Dachzelt rauszubekommen, weil ich mich so gar nicht losreissen konnte.DCIM100GOPRO

Seither schlafen wir also wieder wie normalsterbliche Europäer in richtigen Betten. Netterweise haben Chrissies ehemalige Gasteltern, bei denen er vor 18 Jahren als Sprachschüler gewohnt hat, uns bei sich in Brisbane aufgenommen. Dort haben wir Idefix für den Verkauf parat gemacht – sprich Grossputz, kleinere Reparaturen und ich habe noch einen neuen Bezug für die Matratze genäht.1 (34)
Und dann haben wir unsere Idi, unser Zuhause also schweren Herzens verkauft – immerhin an einen Schweizer, so muss der arme Idi sich nicht ganz so fest umgewöhnen ;-) Mir war zwar zum Weinen zumute, wir sind aber froh, dass wir den Verkauf so reibungslos und vor allem eigenhändig machen konnten und das nicht Sue und Rob aufhalsen mussten.

Gestern sind wir dann mit Sack und Pack nach Sydney geflogen und wurden dort wieder von Sarah und Peter aufgenommen, die uns auch im September schon beherbergt haben. Am Abend sind wir zusammen mit ihnen und mit drei Mitreisenden unseres Whitsunday-Segeltörns noch einmal zum Taco Tuesday gegangen und haben Abschied gefeiert.IMG_5530[1]IMG_5535[1]
Jetzt, ein paar Stunden vor unserem Heimflug mischen sich Trauer über das Ende unseres Reislis mit Vorfreude auf unser Zuhause und unsere Lieben… Und endlich, endlich verschonen wir euch ab jetzt mit unseren unerträglichen Sonne-Strand-Sommer-Fotos sondern machen mit beim Schweizer Winterwetter.

Wobei, ein kleiner Spezialrückblick folgt doch noch in den nächsten Tagen ;-)

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Wasser, Luft raus und Saaaaaaand

Zuerst das versprochene Kakadu-Update: leider ist es dem Tierflüsterer Chrissie nicht gelungen, den Kakadu auf seinem Kopf landen zu lassen. Dafür haben er und seine Kollegen stattdessen unser Zelt voll gesch… Naja.

Seither ging es aufwärts und die letzten Tage gehören definitiv zu den Highlights unserer gesamten Reise. Von Airlie Beach aus sind wir auf einen dreitägigen Segeltörn durch die Whitsundays gegangen.8-Segeltrip-Whitsundays-(65)Mit an Bord der „Pacific Blitz“, einer 15 Meter langen Segelyacht  waren neben Kapitän Ben und Deckie/Smutje Kim noch 6 weitere Gäste. Zwei Amerikanerinnen, zwei Österreicherinnen und ein englisches Pärchen, das gerade nach Australien ausgewandert ist. Der einzige echte Aussie an Bord war also unser Skipper.8-Segeltrip-Whitsundays-(3)Wir beide als Cruise-Greenhorns (die letzten Beiträge haben es gezeigt, bei Staub, Schotter, Schlamm und Flussdurchquerungen sind wir Profis) sind vor Beginn des Trips einkaufen gegangen. Haben wir doch gelesen, dass man genügend Getränke einkaufen sollte. Insbesondere in Sachen Alkohol hat Tripadvisor uns verraten, dass man beim Einkauf die Menge, die man im Korb hat direkt verdoppeln solle, dann wär’s genug. Haben wir also so gemacht um nicht irgendwo im Pazifik verdursten zu müssen und standen deshalb von Anfang an unter Party- und Alkoholikerverdacht.
Die gesamte Truppe war von Anfang an auch nüchtern super gelaunt und alle haben sich sofort gut verstanden. 8-Segeltrip-Whitsundays-(59)Nachdem Chrissie schon bei der Vorstellungsrunde von Skipper Ben nach seinen exzessiven Detailfragen zum Segeln im Allgemeinen und dem Boot im Besonderen verdächtigt wurde, eine Meuterei zu planen hat er auf offener See dann zugeschlagen. Man beachte rechts im Bild den Skipper, kurz bevor er von den Mit-Meuterern über Bord geworfen wurde.
Okay, es war in Wirklichkeit “etwas” anders. Und wer genau hinschaut sieht sogar, dass das Wort Captain auf Chrissies Mütze falsch geschrieben ist ;-) 8-Segeltrip-Whitsundays-(15)Die Whitsundays sind eine wilde Kreuzung aus Südsee und Schwarzwald, so seltsam das auch klingen mag. Heraus kommt türkisblaues, klares Wasser, weisse Sandstrände und auf der Insel ziemlich nadeliges Gestrüpp und Bäume, die wir eher nicht im Südpazifik vermutet hätten.
Auf alle Fälle ist das Ergebnis wunderwunderschön. Und ein tolles Segel- und Schnorchelrevier. Wir hatten sogar anständigen Wind und Ben hat es genossen, das Boot ordentlich schräg zu legen und die Landratten ein bisschen zum Kreischen zu bringen. 8-Segeltrip-Whitsundays-(49)Leider ist hier im Moment Saison für die gefährlichen Quallen, das heisst man kann nur mit einem „Stinger Suit“ oder einem Neoprenanzug ins Wasser. 8-Segeltrip-Whitsundays-(44)Vor einer kleinen, wirklich ziemlich einsamen Insel hat Ben uns zu einem tollen Korallenriff gesegelt – mein bisher bester Schnorchelgang (auch wenn Chrisse natürlich immer noch alles pillepalle findet gegenüber dem Roten Meer…). Bunte Korallen und viele Fische – nur Nemo hat sich weiter versteckt gehalten.8-Segeltrip-Whitsundays-(46)Die weissen Sandstrände hier sind aus so feinem Sand, dass er unter den Füssen geknirscht hat wie frisch gefallener Schnee. Haben wir so auch noch nie erlebt.8-Segeltrip-Whitsundays-(17)8-Segeltrip-Whitsundays-(22)Unser Skipper Ben hat den ganzen Tag eine Schleppleine hinter dem Boot hergezogen und an Tag zwei einen ziemlich grossen Thunfisch gefangen! Die Blutrünstigen durften alle mal halten, wir anderen haben vor allem das Thunfisch-Tartar am Abend in vollen Zügen genossen.8-Segeltrip-Whitsundays-(35)Natürlich hatten wir auch einen kleinen Leo-und-Kate-Moment an Bord. Unser Budget hat aber nicht für einen längeren Kameraarm gereicht, deshalb mit im Bild auch die Assistentin Kim ;-) 8 Segeltrip Whitsundays (28)8-Segeltrip-Whitsundays-(6)8-Segeltrip-Whitsundays-(1)8-Segeltrip-Whitsundays-(58)Abends sind wir jeweils in kleinen Buchten vor Anker gegangen, haben der Sonne beim Untergehen zugeschaut, auf den gelungenen Tag angestossen und später die Millionen von Sternen am Himmel bewundert.8-Segeltrip-Whitsundays-(38)Einige der anderen Gäste sehen wir im Dezember an unserem allerletzten Abend in Sydney nochmal wieder. Wir treffen zum Taco Tuesday im Norfolk Hotel nämlich alle Leute wieder, die wir unterwegs kennengelernt haben und die in der Nähe von Sydney wohnen.
Zurück an Land hat sich besonders für Chrissie der Boden noch einige Stunden weiter bewegt. Nach ein paar Bierchen auf Kapitän Bens Terrasse und einem gemeinsamen Barbecue hatten wir aber wieder festen Grund unter den Füssen!

Nach so viel Wasser haben wir beschlossen uns den Eungella Nationalpark anzuschauen, der abseits der Küste im Hinterland liegt. Dieser Abstecher hat sich allerdings nicht wirklich gelohnt, deshalb gibt’s hier auch kein Foto. Es war dort einfach nur heiss, staubig und furztrocken… Danach haben wir beschlossen, dass wir ab jetzt die Küste nicht mehr länger als nötig verlassen werden.9 Mackay (15)In Mackay konnten wir dann wieder mit Meeresrauschen campen und am Strand spazieren gehen. 9 Mackay (12)Am Morgen sind wir aus unserem Dachzelt gestiegen und hatten einen Platten! Mitten auf dem Campingplatz. Nicht etwa auf einem aufregenden, steinigen Track oder wenigestens auf einer Schotterstrasse – nixda, wir haben uns an einer Betonkante auf dem Campingplatz den Reifen gekillt. 9-Mackay-(7)Chrissie hat’s mit Humor genommen und endlich mal den Wagenheber ausprobieren können.
Für alle Reifeninteressierte hier ein wunderschönes Beispiel eines 4×4 Reifens, der den australischen Strassenanforderungen nicht gewachsen ist. Nach 7’000 km über Schotter haben sie vorzeitig das Zeitliche gesegnet und mussten ersetzt werden.9-Mackay-(20)Damit Chrissie den Wagenheber nicht nochmal auspacken muss, haben wir uns entschieden auf unkaputtbare Lastwagenreifen umzusteigen. Die sind zwar etwas laut, aber halten dafür bestimmt länger!9-Mackay-(19)

Unsere letzten verbleibenden Campingtage verbringen wir nun oft relativ faul. Ich lese viel, Chrissie kuckt Löcher in die Luft und dazwischen freuen wir uns einfach des Lebens. Gibt ja jeden Tag genügend Gründe dafür! 9 Mackay (14)Seit unseren ersten Campingtagen hat sich zwischen uns stillschweigend eine perfekte Aufgabenteilung eingespielt. Und wenn wir morgens zusammenpacken, geht das heute in gefühlt doppelter Geschwindigkeit als am Anfang. 9 Mackay (18)Chrissie ist fürs Zusammenpacken des Zelts zuständig und vor ein paar Tagen konnte er gerade noch einen blinden Passagier an der Mitreise hindern. Aaaaaahhhh. Mein Held!

Nach Mackay hat sich Queensland von seiner öden und langweiligen Seite gezeigt. Die Strasse führt Hunderte von Kilometern mehr oder weniger einfach geradeaus und rechts und links findet nichts statt. Aber der Weg hat sich gelohnt! Chrissie hatte in einem Offroad-Heftli (von denen er jetzt mehrere hat) vom Byfield Nationalpark gelesen, von dem wir bis dahin noch nichts gehört hatten. Ein bisschen Googeln und schon wussten wir, da müssen wir hin!
In Yeppoon haben wir nochmal Vorräte gekauft und sind dann ins Visitor Center, um die Campgrounds zu buchen. Die nette junge Damen vom Visitor Center fragte dann, was für ein Fahrzeug wir hätten und ob wir Offroaderfahrung mit sehr weichem und tiefem Sand hätten, denn mitten im Park sei eine grosse Sanddüne namens “Big-Sandy”, die nicht jeder bezwingen könne. Und sie war wirklich “Big”!
So sind  wir dann in den Nationalpark aufgebrochen. Zuerst ist das eine relativ waldige Angelegenheit und noch für normale Autos machbar. Da wir unter der Woche dort waren, war ausser uns praktisch niemand unterwegs, herrlich. Der erste Campground war mitten im Wald und superfriedlich.10-Byfield-NP-(3)Am nächsten Morgen haben wir uns dann für „Big Sandy“ parat gemacht. Die Hauptattraktion im Byfield ist ja nicht der Wald sondern eben dieses riesiges Dünengebiet dahinter. Dort geht es nur mit dem 4×4 durch und Offroad-Chrissie war wieder in seinem Element! Weil es hier seit Monaten nicht geregnet hat, ist der Sand so weich wie Talkumpuder. Als wir aus dem Auto gestiegen sind, wussten wir, was genau damit gemeint war.10-Byfield-NP-(4)Big Sandy” ist eine sehr, sehr grosse und sehr, sehr langgezogene Sanddüne, die eben aus diesem Puderzuckersand besteht. Beim Fahren auf Sand gilt, je weicher der Sand, desto weniger Luftdruck. So ging die Wette los. Wird Offroad-Chrissie die Sanddüne beim ersten Anlauf bezwingen? Unten an der Düne hat er den Luftdruck in allen vier Rädern auf 1 bar reduziert (so tief wie nie zuvor), Untersetzungsgetriebe rein, langsam anfahren und schön langsam im Drehmoment die Düne rauf und stetig etwas Kohle nachlegen. Aber die Fahrt war dann auch schon nach 20 Meter zu Ende. Festgefahren. Wette verloren.
Also musste noch mehr Luft aus den Reifen! Im 2. Anlauf bei 0.6 bar Reifendruck (bei ca. 3.3 Tonnen Gewicht!) ist dann Idefix ganz schön holprig die Düne hochgekraxelt.10-Byfield-NP-(6)Wir waren heilfroh, dass uns auf dem Weg nach oben niemand entgegen gekommen ist, mit Anhalten ist da nämlich nix, sonst steckste drin im Sand und alles geht nochmal von vorne los. Die Anstrengungen haben sich aber mehr als gelohnt – belohnt wurden wir nach weiterer Fahrt durch die sandigen Dünen mit dem menschenleeren „Nine Mile Beach“. 10 Byfield NP (50)10-Byfield-NP-(47)10-Byfield-NP-(45)Dort musste Chrissie erstmal wieder etwas Luft in die Reifen lassen, 0.6 bar sind wirklich nur für die Steigung und den extrem weichen Sand dort gut, schneller als 20km/h kann man damit nicht fahren.10-Byfield-NP-(10)10-Byfield-NP-(7)Die kleinen runden Kügelchen unter Idefix sind übrigens das Produkt von Tausenden von kleinen Krebsen, die während der Ebbe aus dem Sand gekrabbelt kommen und wie die Verrückten diese Kügelchen rollen. Der ganze Strand ist damit übersät. Wir fragen uns immer, ob diese kleinen Kerlchen nicht fürchterlich frustriert sind, weil sie täglich zweimal tonnenweise Kügelchen rollen, dann kommt die Flut und alles ist wieder futsch. Schön gemein. 10 Byfield NP (25)Der Strand an sich war schon toll, noch besser wurde es dann aber am Stockyard Point. Das ist ein Aussichtspunkt, von dem aus man den Nine Mile Beach auf der einen und auf der anderen Seite die Five Rocks Felsformation mit dazugehörigem Strand sehen kann. 10 Byfield NP (39)10 Byfield NP (24)Es war einfach nur atemberaubend schön dort. Es gibt auch ein kleines Dörfchen oben auf der Düne – wie die Materialien für die Häuser allerdings da hingekommen sind, ist für uns immer noch ziemlich rätselhaft. Wir waren froh, Idefix mitsamt unserem ganzen Campingkram und uns dort hin zu bugsieren ;-) 10-Byfield-NP-(56)Am nächsten Tag habe ich mich dann auch mal wieder ans Offroad-Steuer gewagt und habe tatsächlich Gefallen gefunden am „Sändele“! Wer hätte das gedacht. Flussdurchquerungen und Schlamm sind nicht so meins, aber auf Sand werd ich munter.10-Byfield-NP-(18)

Nach diesem absoluten Highlight haben wir heute einen arbeitsreichen Tag mit Wäschewaschen und Autoaufmöbeln hinter uns, denn morgen schaut sich ein erster Interessent unseren Idi an. Ich könnte jetzt schon weinen, wenn ich dran denke, dass wir ihn bald definitiv wieder hergeben müssen…
Wenn einer von euch übernehmen will, hier geht’s zu unserem Inserat.

Weiter geht es nun immer in Richtung Süden. Erste Station wird Rockhampton sein und dort ein Steakouse, denn Rockhampton ist wohl das Rindermekka Australiens. Mmmmhhh!

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Es wird wieder gecampt – Freude herrscht!

Nach unserem fantastischen Südsee-Abenteuer haben wir uns ja wieder richtig auf unseren Idefix und aufs Campen gefreut. Nicht dass wir all den Luxus nicht geschätzt hätten, aber in unserem kleinen Daheim ist es eben doch am schönsten!00-Palm-Cove---Kopie

Seither geniessen wir wieder die Vorteile der eigenen Campingküche – zum Beispiel müssen wir uns nicht mehr über durchschnittliche Hotelfrühstücke nerven sondern können die 5-Sterne-Version jederzeit selbst machen.Die neue Matratze, die wir gekauft haben, ist auch Gold wert – seither liegen wir endlich wieder gut. Und dank einem extra von meiner Mutter genähten Bezug sind wir auch nicht voller Schaumstoff-Fussel – danke Mama!!

1-Cairns-Tablellands-(13)Frisch ausgeschlafen haben wir uns in die Atherton Tablelands aufgemacht – eine Hochebene im Hinterland von Cairns, die stellenweise aussieht wie das Allgäu mit Palmen. Saftig grüne Wiesen, viele Kühe und dazu der ein oder andere See und verschlafene Hippie-Dörfchen. Hier verstehen die Leute definitiv was von gutem Essen und in einer Käserei haben wir sogar mal wieder anderen Käse bekommen als den ewigen Cheddar, der uns langsam zu den Ohren wieder rauskommt. Zwar noch kein Vergleich mit einem Schweizer Käse, aber man wird dankbar!1-Cairns-Tablellands-(1)Am Lake Tinnaroo, einem Stausee in den Tablelands haben wir für zwei Nächteauf einem der schönsten Campingplätze unserer Reise übernachtet. Direkt am Wasser hatten wir einen wunderschönen Blick und zwei wirklich tolle Sonnenuntergänge.1-Cairns-Tablellands-(4)1-Cairns-Tablellands-(26)1-Cairns-Tablellands-(25)Dort in der Nähe gibt es zwei berühmte Fig-Trees – das sind riesige Würgefeigenbäume. Die Würgefeige siedelt sich auf einem anderen Baum oben in der Krone an und wächst von da aus mit Luftwurzeln nach unten. Diese Luftwurzeln werden immer dicker und irgendwann stirbt der ursprüngliche Baum. Zurück bleibt ein bizarres Wurzelgebilde – unwirklich schön.1-Cairns-Tablellands-(19)Seit der Südsee habe ich einen kleinen Blumenkranz-Schaden, das heisst bei jedem Blümchen überlege ich, ob es einen guten Kranz abgeben würde. Und tatsächlich gibt es hier die gleichen Blumenkranz-Blumen-Bäume wie auf den Inseln! Leider hab ich keine Ahnung, wie daraus ein Kranz werden könnte, deshalb hat dieses Mal Idefix einen „Kranz“ bekommen, auch hübsch, oder?1-Cairns-Tablellands-(23)

Nächste Station auf unserer Tour durchs Hinterland war Chillagoe, eine typische kleine „Stadt“ mitten im Outback. Schon die Fahrt dort hin hat uns durch ziemlich staubige, heisse und trockene Gegenden gebracht. Als wir aber in Chillagoe aus unserem hübsch klimatisierten Auto gestiegen sind, hat’s uns fast umgehauen. Wir haben kein Thermometer im Auto, deshalb haben wir nicht mitbekommen, dass sich die Temperatur seit Abfahrt am Mittag deutlich gesteigert hatte. Abends um sechs waren immer noch 34 Grad. Und am nächsten Tag hat uns jemand erzählt, dass es tagsüber sogar 47 Grad waren. Hossa.3-Cairns-Outback-(6)Zum Glück wollten wir nicht viel unter freiem Himmel anschauen, nach dem 100m Spaziergang zum Balancing Rock hätten wir allfällige Pläne auch direkt über den Haufen geworfen. Offroad-Chrissie hatte natürlich lustige Ideen zu diesem klitzekleinen Steinchen und wollte es mit Hilfe von Idefix und einem extra langen Abschleppseil “abeschränze”. Die Hitze hat ihn aber faul werden lassen – zum Glück.

Chillagoe war früher einmal eine richtige Minen-Boomtown, also vor ewigen Zeiten. Besichtigen kann man heute noch die Ruinen eines alten Schmelzofens (während man selbst auch schmilzt…). Der eigentliche Grund für unseren Besuch waren aber die Kalksteinhöhlen. Mit einer Ranger (was ist die weibliche Form von Ranger?!?) sind wir in die „Donna Cave“ runtergestiegen und hatten dort herrliche 22 Grad. Hätten wir direkt bleiben können. Den Namen hat diese Höhle wegen dem Profil, das ein Stein dort hat – sieht ein bisschen aus wie die heilige Madonna.3-Cairns-Outback-(2)3-Cairns-Outback-(3)Chrissie hat auf diesem Foto wohl eher gerade den Teufel persönlich gesehen, so wie er kuckt ;-) 3-Cairns-Outback-(5)

Von diesem heissen Ausflug mussten wir uns dann erst einmal mit einer Portion Erdbeeren mit Schlagrahm erholen – es geht wirklich nichts über einen gut gefüllten Kühlschrank!3-Cairns-Outback-(16)

Auf dem Weg zurück an die Küste haben wir einen kleinen Delikatessen-Laden entdeckt und dort gab es tatsächlich Manner-Waffeln! Und Parmaschinken! Und Grissini! Und überhaupt… Jedenfalls sind unsere Ideen zur gesünderen Ernährung irgendwo da am Eingang hängen geblieben.4-Mission-Beach-(8)

Und als wir dann einen Tag später auch noch „German Bratwurst“ im Supermarkt entdeckt haben, war es endgültig um uns geschehen. Getarnt haben wir diese Sünde mit dem hübsch drapiertem Gemüse ;-) 4-Mission-Beach-(6_1)4-Mission-Beach-(6)

Der Parronella Park wurde von einem leicht verrückten Spanier vor etwa 90 Jahren angelegt. Er wollte ein Schlösschen im Grünen, mit Tennisplätzen, einem See, vielen Pflanzen, einem Café etc. Mitten in den Zuckerrohrfeldern erschaffen. Das ist ihm gelungen, wurde seither allerdings von x Überschwemmungen und einem Feuer heimgesucht. Heute sieht es deshalb wie ein verwunschener Zaubergarten aus, alles ein bisschen überwuchert aber durchaus charmant.2-Paronella-Park-(10)2-Paronella-Park-(14)2 Paronella Park (9)

Im Norden von Australien konnten wir nie im Meer baden, weil es dort Krokodile gibt, jetzt ist der Badespass hier auch schon wieder getrübt – ein letztes Bad haben wir noch genommen – weil jetzt die Quallensaison losgeht. 4-Mission-Beach-(4)Und es sind hier vor Queensland nicht einfach die bisschen glibbrigen Exemplare unterwegs sondern sehr, sehr giftige, die durchaus auch töten können. Schöner Mist. Ab sofort ist Baden also nur noch mit einem Ganzkörper-Stinger-Suit möglich – Bilder dazu dann beim nächsten Mal.4-1-Townsville-1Das ist deshalb besonders schade, weil das Meer hier herrlich warm, klar und so schön türkis ist… Aber wir wollen ja am Stück nach Hause kommen! Dafür habe ich mich aufs Basteln verlegt und uns mit Wolfgang-Petry-mässigen Armbändchen versorgt. Vielleicht vertreiben die ja auch die Quallen. Oder sie sind ein sicheres Zeichen dafür,dass man uns langsam mal wieder zurück in die Zivilisation/Realität schicken sollte…7-Airlie-Beach-(5)

5-Bowen-(3)Über einige herrlich grüne Campingplätze haben wir uns nun bis Airlie Beach vorgearbeitet. Chrissie hat es fast nicht wieder erkannt, so sehr hat es sich seit seinem letzten Besuch vor 17 Jahren verändert. Hier steppt definitiv der Bär.7-Airlie-Beach-(18)Und der Kakadu! Chrissie avanciert hier zum Kakadu-Flüsterer und hat sich als nächstes Kunststück vorgenommen, den Kakadu auf seinem Kopf landen zu lassen. Wir halten euch auf dem Laufenden!7-Airlie-Beach-(17)Und morgen geht es los auf einen kleinen Segeltörn durch die Whitsundays. Wir gehen mit vier anderen Gästen an Bord einer kleinen Jacht und schauen uns diese wunderschöne Inselgruppe und das Great Barrier Reef mal vom Wasser aus an. Schiff ahoi und viele Grüsse in die novemberkalte Heimat..7-Airlie-Beach-(3)

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Südsee – von “grandios” bis “zum Vergessen”

Wir nennen unsere Reise ja selbst immer noch liebevoll das “Reisli”, wissen aber durchaus, dass es so viel mehr als das ist (nicht zuletzt dank einiger Kommentare…). Der Abstecher in die Südsee war eines der Highlights auf die wir uns schon monatelang vorher gefreut haben.Ganz sicher war es auch der Teil der Reise, den wir am detailliertesten vorbereiten mussten – allein um die Flüge zu buchen haben wir eine Karte zeichnen und die einzelnen Flugsegmente dann durchnummerieren müssen. Als Extra-Hürde liegt mitten in der Südsee auch noch die Datumsgrenze, was uns beim Buchen durchaus Kopfzerbrechen bereitet hat, weil es irgendwie seltsam ist samstags abzufliegen und freitags anzukommen!

Folgende Etappen hatten wir geplant: Neukaledonien (9 Tage), Tahiti (3 Tage), Bora Bora (5 Tage), Moorea (4 Tage), Tahiti (1 Tag), Rarotonga (5 Tage), Aitutaki (5 Tage), Samoa (11 Tage). Es sei bereits an dieser Stelle verraten: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt… Aber der Reihe nach!DSC00113

Von Sydney aus sind wir nach Nouméa, der Hauptstadt von Neukaledonien geflogen. Als wir dort angekommen sind war der Himmel leider dunkelgrau und es hat geregnet. Auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel war der Blick aus dem Fenster deshalb auch eher durchschnittlich. Wir haben uns aber auf das Städtchen Nouméa gefreut, weil man überall lesen kann, dass dank französischem Einfluss dort kulinarisch einiges geboten wird. Nach einem Powernap sind wir dann auch im strömenden Regen ins erste Restaurant und haben tatsächlich ganz gut gegessen. Schon dort hat sich gezeigt, dass meine Französischkenntnisse hier Gold wert waren – Englisch ist nämlich sowohl hier als auch in Französisch Polynesien eher Fehlanzeige. So war ich also Chrissies Dolmetscherin und hab uns mehr oder weniger grammatikalisch korrekt durchgequatscht.
Am nächsten Tag wollten wir das Südsee-Städtchen, in dem auch viele Kreuzfahrtschiffe Halt machen, erkunden und waren nach 2 Stunden einfach nur noch enttäuscht! So eine triste, langweilige und einfach überhaupt nicht schöne Stadt hatten wir nicht erwartet. Fotos gibt es aus Nouméa deshalb übrigens fast keine, aber dieses hier zeigt ganz gut das Problem.DSC00080
All unsere Hoffnung lag ab da auf unserer Tour mit dem Mietwagen, die wir um die Insel geplant hatten. Der Nissan Micra war nach Monaten mit Idefix eine echte Umstellung – genauso wie das Fahren auf der rechten Seite! Wir haben uns aber schnell wieder umgewöhnt. Die Mietwagen, die wir auf der gesamten Südsee-Reise hatten, sind eine Randbemerkung wert: Der Nissan Micra sollte das beste Gefährt bleiben, das wir hatten. Darauf folgte ein indiskutabler Renault Twingo (wie kann man sowas produzieren???), ein erträglicher Fiat Panda und ein Toyota Vitz (Witz wäre passender gewesen!). Wir wissen nun zumindest, welche 4 Modelle wir beim Autokauf nach unserer Rückkehr ausschliessen können…
Grande Terre, die Hauptinsel von Neukaledonien ist ziemlich gross. Insgesamt sind wir über 1’200km gefahren. Wir hatten uns das so vorgestellt, dass wir einfach drauflos düsen, wo es uns gefällt anhalten und ein Hotel/Guesthouse/Pension/was auch immer zum Übernachten suchen und uns mit toller lokaler und französischer Küche den Bauch vollschlagen, während wir die Schönheit der Insel geniessen.
Leider stecken hier gleich mehrere Denkfehler: Übernachtungsmöglichkeiten gibt es durchaus, die allermeisten aber nur nach telefonischer (nix Inernet) mindestens 24-stündiger Voranmeldung. Mit einer CH und einer australischen SIM, die beide nicht funktioniert haben, ein eher schwieriges Unterfangen. Wir mussten zum Glück trotzdem nie im Freien übernachten (wir erinnern uns: Regen!). Schon in der ersten Nacht haben wir aber verstanden, wieso überall geraten wird, sich von oben bis unten mit Moskitospray einzubalsamieren. Autsch!
Die Sache mit den Restaurants… Sagen wir es so: mit viel Glück haben wir jeden Tag was bekommen. Denn hier gilt vielerorts das gleiche wie bei den Hotels: 24h vorher anrufen! Haha.IMG_4319
Und die Schönheit der Insel, was soll man sagen… Das Wetter hat sicher zu unserer sinkenden Laune beigetragen, aber selbst im strahlenden Sonnenschein hätte es unseren Eindruck nicht massiv verändert: l-a-n-g-w-e-i-l-i-g!!! Es gab eigentlich genau genommen NIX zu sehen. DSC00067---KopieIm Osten der Insel gab es ein paar ganz nette Abschnitte mit tropischen Dörfern und eher rauher See, aber ansonsten war es ein bisschen wie eine öde Version von Australien, unterlegt mit dem halsbrecherischen Fahrstil der Einheimischen (gefühlt alle 500m ein Kreuz am Strassenrand).DSC00075
Um es kurz zu machen: wir haben uns am Ende tatsächlich auf das Ende der 9 Tage gefreut (!) und können eigentlich nur den Rat weitergeben: Finger weg von Neukaledonien, es gibt wesentlich tollere Orte auf der Welt!

Umso grösser war unsere Vorfreude auf Französisch Polynesien mit Tahiti, Bora Bora und Moorea. Schon aus der Luft sah Tahiti vielversprechend aus: in der Mitte üppig grüne Berge mit vuklanischem Ursprung, aussenrum türkisblaues Wasser und das Riff, an dem sich die Wellen brechen. DSC00087In Papeete bekam unsere Stimmung einen kleinen Dämpfer, diese Stadt ist nämlich einfach nur eine etwas kleinere Version von Nouméa – kann man also getrost links liegen lassen. Wir haben die Insel im Uhrzeigersinn umrundet und insgesamt drei Nächte dort verbracht.
Die Ostküste hat uns sehr an Hawaii erinnert – schwarze Vulkansteine, hohe Wellen und dunkelblaues Meer, dazu viel, viel Grün! DSC00100Schnell haben wir auch hier bemerkt: Restaurantbesuche müssen gut geplant werden, es gibt nämlich schlicht und einfach fast keine!
Toll gelegen und schön anzusehen war unser Hotel auf Tahiti. Am Hügel gelegen hat jeder der einzelnen Bungalows/Hütten eine tolle Aussicht aufs Meer und am Abend den Sonnenuntergang. DSC00089Wir hatten ausserdem eine eigene Terrasse mit Freiluft-Whirlpool und Aussendusche. GOPR0710Wirklich traumhaft! DSC00098Und dank auf dem Weg dort hin eingekauftem Wein, Baguette und Käse (Frankreich lässt also doch mal grüssen!) kam auch endlich, endlich die ersehnte Südseelaune auf.
Die südliche und westliche Küste von Tahiti ist nicht so wild, hier haben wir einen ersten Vorgeschmack auf alle die Türkis- und Blautöne bekommen, in denen das Meer rund um die Inseln hier glitzert.
Von Papeete aus sind wir dann weitergeflogen nach Bora Bora mit kurzem Zwischenstop in Moorea. Dort sind weitere Passagiere eingestiegen und beim darauffolgenden Start haben wir etwas erlebt, was für uns zumindest neu war: Die Startbahn auf Moorea ist so kurz, dass der Pilot das Flugzeug auf der Starbahn tatsächlich 3 Meter zurückgesetzt hat, um auch diese Meter noch für den Start nutzen zu können. DSC00117Bisschen unheimlich und sicher nichts für Menschen mit Flugangst!
Einen 45 minütigen Flug später kam im Flugzeugfenster dann endlich, endlich, endlich das von uns so heiss erwartete und ersehnte Bora Bora in Sicht – was für ein grandioser Anblick bereits von oben. Schon bevor der Flieger gelandet ist wussten wir, dass wir es hier lieben würden.IMG_4440
Im Flughafen angekommen wurden wir mit Blumenkränzen – meine neue Leidenschaft – begrüsst und nicht einfach mit dem Auto zum Hotel gebracht sondern mit dem Boot, der Flughafen liegt nämlich auf einer der vorgelagerten Inseln – auch Motu genannt.GOPR0733
Bora Bora besteht aus der Hauptinsel mit dem ehemaligen Vulkan hat rundherum kleine Motus/Inseln. Innnerhalb dieser Motus liegt die wunderschöne Lagune, die an den meisten Stellen nicht sehr tief ist und deshalb auch so wunderschön türkis leuchtet. Die gesamte Insel ist dann auch noch von einem Riff umgeben – dort brechen sich die grossen Wellen und so ist es innerhalb des Riffs angenehm ruhig. DSC00266Schon auf dem Weg zu unserem Hotel, das auf einer kleinen Insel mit Blick auf die Hauptinsel liegt, konnten wir schon erahnen, wie schön unser Aufenthalt hier werden würde.DSC00200
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Unbeschreiblich schön war dann auch unser Overwater-Bungalow – genau so hatten wir uns das vorgestellt: privater kleiner Bungalow, drunter die türkisfarbene Lagune mit bunten Fischen, im Boden vor dem Sofa ein Glas-Bullauge, durch das wir jederzeit Fisch-TV schauen konnten, ein kleiner Balkon und eine eigene Treppe direkt ins Meer. Traumhaft. Wir wollten jedenfalls gar nicht mehr weg!DSC00192
In Bora Bora dreht sich alles ums Wasser, dementsprechend auch unsere Aktivitäten. Wir sind mit dem Kayak um unser Inselchen zum Korallengarten gepaddelt, wobei Christoph bis heute meint, wenn ich allein gepaddelt hätte, dann würden wir heute noch im Kreis rumfahren. Ich bin komplett talentfrei, habe mich deshalb also einfach von Chrissie chauffieren lassen.G0030753
Der kleine Korallengarten war toll zum Schnorcheln und ich bekomme das inzwischen auch super alleine hin ohne panisch Wasser zu schlucken. G0040815Liegt aber sicher unter anderem daran, dass das Wasser angenehm lauwarm und vor allem glasklar ist.DSC00215
An einem Tag haben wir eine Bootstour mitgemacht, die uns näher ans Riff geführt hat.DSC00237 Dort hat einer unserer Guides Riffhaie angelockt und wir konnten schnorchelnderweise das Spektakel beobachten. Ja, ich war da wirklich drin! Ich glaube es aber eigentlich selbst noch nicht ganz…G0070919
Zum Lunch wurden wir auf ein Motu mit Sandstrand und Palmen gebracht und die beiden Guides haben ein polynesisches Buffet für uns gezaubert.DSC00226DSC00234
Zum Abschluss sind wir dann noch an eine andere Stelle der Lagune gedüst, an der es besonders viele Stachelrochen gibt. Wieder ist der Guide ins Wasser und zack kamen die Rochen angeschwommen. DSC00246Die haben keine Berührungsängste – wenn man’s drauf hat kann man sich an ihnen festhalten und durchs Wasser ziehen lassen. Da hat mich der Mut also doch verlassen und ich hab mich aufs Kucken beschränkt. Harakiri-Chrissie hat es natürlich ausprobiert, wurde von den Rochen aber immer wieder abgeworfen ;-) G0070957
Das einzig wirklich seltsame und irgendwie auch unangenehme an dieser Bootstour und an Bora Bora allgemein waren die anderen Touris… Wir waren auf dem Boot insgesamt drei Paare und unsere sämtlichen Kommunikationsversuche mit den anderen sind absolut kläglich gescheitert. Englisch können die meist französischen Gäste überhaupt nicht (und damit meinen wir überhaupt nicht!) aber auch auf Französisch sind sie noch unkommunikativer als jeder Bünzli-Schweizer, und das will was heissen! Das ganz besonders Tolle ist, dass sie aber nicht nur ungern mit anderen reden, sie sprechen auch nicht miteinander. Wir haben diverse Male beim Essen Paare gesehen, die jeder einzeln mit dem Handy beschäftigt waren – eine Dame hat während des Abendessens einen kompletten Film auf dem Ding geschaut. BesondereTragisches Highlight war ein sich eisern anschweigendes Paar, dass wir am nächsten Tag haben Heiraten sehen. Sogar am Hochzeitsabend sassen sie wieder schweigend aneinander vorbeistarrend da. Für Paartherapeuten ein echtes Mekka!
Seit wir die Schweiz verlassen haben, haben wir viele neue Leute kennengelernt, haben aber nie jemanden getroffen, den wir schon kannten. Und ausgerechnet auf Bora Bora hat sich das geändert. Die Tochter von Freunden meiner Eltern arbeitet dort nämlich als Privatlehrerin und hatte ausgerechnet als wir da waren Besuch von ihren Eltern. So haben wir uns zweimal mit der gesamten Familie getroffen und hatten mitten in der Südsee Heimatgefühle.GOPR0798
Durch diesen Kontakt haben wir auch den Kapitän und die Chef-Stewardess einer riesigen Jacht kennen gelernt, die im Hafen vor Anker lag. IMG_4498Der Besitzer des Boots, ein Texaner, war nicht da und so bekamen wir nicht nur eine komplette Bootsführung sondern auch noch eine Einladung zum Sunset-Cocktail auf dem obersten Sonnendeck. GOPR0781So lässt sich’s leben!GOPR0805

Wie alles im Leben hatte leiderleiderleider auch unser Aufenthalt in Bora Bora irgendwann ein Ende und wir sind wieder in den Flieger gestiegen, um nach Moorea zu fliegen, einer Schwester-Insel von Bora Bora, die direkt gegenüber von Tahiti liegt. Schnell haben wir gemerkt, Moorea ist Tahit nicht unähnlich, allerdings etwas kleiner. Das heisst also wieder grüner Ex-Vulkan in der Mitte, aussenrum türkisblaues Meer und das Riff.DSC00269
Dafür gab es hier deutlich mehr Restaurants als in Tahiti und unsere Angst zu Verhungern hat sich gelegt. DSC00282Wieder wurden wir mit Blumenkränzen begrüsst, diesmal noch üppiger und so gut duftend…IMG_4570
Das Highlight in Moorea – und definitiv auch eines der Highlights vom gesamten Reisli – war eine Bootstour zu den Buckelwalen. Die Wale schwimmen Tausende von Kilometern hierher, um die Walbabies zu bekommen und aufzuziehen. Dort, wo sie normalerweise unterwegs sind ist das Wasser nämlich für die Kleinen zu kalt. Eine Buckelwaldame kann gut und gern 40 Tonnen auf die Waage bringen, die Herren sind etwas kleiner. Diesmal hatten wir einen wirklich tollen Guide und auch deutlich kommunikativere Mitpassagiere, das heisst für französische Verhältnisse ;-) G0081047
Ziemlich schnell hatten wir eine Walfamilie entdeckt und konnten sie vom Boot aus auch toll sehen, wenn sie zum Luftholen nach oben gekommen sind. Ausserdem konnten wir sie sogar über Wasser singen hören, wunderschön. Das hätte ja schon gereicht, um mich glücklich zu machen, dann hiess es aber, dass wir jetzt mal eben ins Wasser hüpfen mit der Schnorchelausrüstung und sie dann im Wasser sehen können. Einfach zur Info: da ist dann nix mehr mit paar Meterchen tief und Sicht bis zum Grund, es ist einfach sehr, sehr dunkelblau. Ich bin vor Angst zwar fast untergegangen, aus irgendeinem verrückten Grund aber mitgeschwommen. Und dann passierte das hier:

Es war so unglaublich! Zuerst kam der männliche Wal und danach direkt die Mutter mit ihrem “Kleinen”. Sie sind direkt (!) unter uns durchgeschwommen, es war, ich kann es nicht anders sagen, magisch. Und ich habe sogar kurz vergessen, dass diese ganze Wasser-Riesentier-Sache mich eigentlich in Panik versetzen müsste – zum Glück!

Von Moorea aus sind wir mit der Fähre nach Tahiti zurückgefahren und haben nochmal eine Nacht dort verbracht. Wirklich cool waren die Food-Trucks, die in der Nacht in Papeete am Ufer stehen. In unserem kleinen Guesthouse gab es gratis Velos und so konnten wir fast wie die Einheimischen dort hindüsen und uns einmal durchs Angebot durchfuttern.DSC00295

Nächste Station waren die Cook Islands und da als erstes Rarotonga. Hier wird Englisch gesprochen und die Autos fahren wieder links, wir konnten uns also langsam wieder an Australien gewöhnen. Rarotonga hat wieder das übliche Südsee-Schema aus Vuklan-viel Grün-Strand-türkis-Riff und ist doch ganz anders als die anderen Inseln, die wir besucht hatten. DSC00298Der “Vibe” auf Rarotonga ist wesentlich entspannter und irgendwie auch freundlicher als in Französisch Polynesien. Alle plaudern mit einem, es ist unkompliziert und wir haben uns sofort wohl gefühlt.DSC00337
Unser kleiner Strandbungalow war auch super, es hätte alles so schön werden können…. DSC00342GOPR1069Wenn da nicht diese eine Sache gewesen wäre: an unserem ersten Morgen in Rarotonga meinte Chrissie, er sei sooo müde und müsse gleich wieder ein Mittagsschläfchen machen. Drei Stunden später ist er dann mit Fieber wieder aufgewacht und hat sich fürchterlich gefühlt. Den Rest des Tages habe ich ihm die Stirn gekühlt und er hat geschlafen – schnell wurde uns klar, dass irgendwas ganz und gar nicht stimmt. Noch in dieser Nacht hab ich Chrissie also ins Spital gebracht. Dort waren sie ziemlich entspannt und meinten, es sei irgendein Virus, wo wir denn hergekommen seien. Nachdem wir Französisch Polynesien und Neukaledonien genannt hatten, meinten sie ziemlich schnell, dass es Dengue oder Zika sein könnte, denn die Tigermücken übertragen genau diesen Viren dort. Gegen beides kann man aber ohnehin therapeutisch nichts machen bzw. ist die einzige Therapie hinlegen, viel Ruhe, genug Trinken und bei Bedarf Paracetamol einwerfen.DSC00307
Genau daraus bestanden denn auch die nächsten 5 Tage, unterbrochen nur von weiteren Bluttests im Spital, die den Verdacht auf Dengue definitiv bestätigt haben. Das Fieber hat Chrissie vier Tage lang im Griff gehabt, dann endlich wurde es besser. Und es war insgesamt ein harmloser Verlauf – es gibt bei Dengue auch eine gefährliche Variante mit inneren Blutungen, diesen Spass hat Chrissie aber zum Glück ausgelassen!
Während Chrissie also gelitten hat, habe ich unsere nächste Etappe canceln müssen, weil er überhaupt nicht reisefähig war. Das schöne Aitutaki, das ähnlich toll wie Bora Bora sein soll, haben wir deshalb also leider nicht gesehen… Stattdessen sind wir insgesamt 10 Tage auf Rarotonga geblieben und in der zweiten Hälfte der Zeit, als es Chrissie endlich etwas besser ging in eine wunderschöne Villa umgezogen, die wir Dank Mitleidsbonus zum Megasonderpreis bekommen haben.
So hatten wir doch noch drei schöne Tage dort.DSC00354DSC00355DSC00324 DSC00346

Leider mussten wir uns aber auch noch dazu durchringen unsere nächste und letzte Südsee-Etappe Samoa abzusagen, aus Angst vor weiteren Infektionen. Denn auch dort sind die infizierten Tigermücken unterwegs, die Dengue, Zika und Chikungunya, ein Virus aus der Karibik und Afrika, übertragen können. Und da dort die Fallzahlen gemäss WHO und der Ärztin in Rarotonga gerade besonders hoch und gerade weiter am Steigen sind und Chrissies Immunsystem immer noch total platt ist, mussten wir es leider absagen. Weil wir so kurzfristig natürlich nichts mehr wirklich stornieren konnten, haben wir unsere Hotelübernachtungen Chloe und Brett, die wir hier in Australien kennengelernt haben (aka Rastaman), geschenkt. Die beiden mussten nur noch Flüge buchen und geniessen jetzt gerade Samoa stellvertretend für uns. Und wenn man den Fotos auf Facebook glauben darf, hätten sie es schlechter treffen können und wir verpassen ein kleines Paradies. Aber es war uns einfach zu riskant, auch wenn es Chrissie inzwischen wieder richtig gut geht.

Aus unseren vorhandenen Flügen konnten wir dank einem epischen Telefonat mit Virgin einen Rückflug von Rarotonga basteln und haben sogar noch etwas Geld zurückbekommen (das aber vermutlich nur, weil die Dame im Callcenter einen Fehler zu unseren Gunsten gemacht hat, aber wir wollen uns ja nicht beklagen!). Nach all den Hotels aber auch dem vielen Umherreisen haben wir uns wieder richtig auf Australien und Idefix gefreut. Der Weg bis hierher hat dann aber nochmal über 40 Stunden gedauert, weil unser erster Flug von Rarotonga nach Auckland 12 Stunden Verspätung hatte. Das hiess also Übernachten in einem von der Fluggesellschaft organisierten ziemlich üblen Hotel und dann endlich Flug nach Auckland. Dort waren natürlich alle Anschlüsse weg, das wiederum hiess circa 3 Stunden Diskussionen mit dem Bodenpersonal und dann wieder Übernachten in einem Hotel, das wir auch lieber ausgelassen hätten.Wir können aber jetzt zumindest behaupten, dass wir mal in Neuseeland waren. Am nächsten Morgen sind wir dann weit vor Sonnenaufgang aufgestanden und erst nach Brisbane und dann nach Cairns geflogen. Als wir endlich da waren, hätten wir beim Anblick von Idefix vor Freude fast geweint!!!

Und als Trostpflaster für Aitutaki und Samoa haben wir uns als allererstes eine neue Matratze fürs Dachzelt gegönnt und heute Nacht 12 Stunden geschlafen wie die Murmeltiere. Und jetzt, mit einem gut gefüllten Kühlschrank und dem ersten wieder selbst zubereiteten Essen im Bauch ist es wirklich fast ein bisschen wie zu Hause sein. Trotzdem wächst unser Heimweh täglich und wir freuen uns inzwischen tatsächlich auch wieder aufs Zurückkommen.GOPR1071

Wir schicken euch ganz viel Sonne und Wärme und melden uns dann das nächste Mal wieder mit Campingnachrichten und ohne Overwater Bungalows…

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Urwald, Tintenfisch und Sydney

Lang, lang ist’s her, seit wir uns das letzte Mal gemeldet haben. Eine Mischung aus viel los und völliger Entspannung (und damit einhergehender Faulheit) ist schuld… Aber der Reihe nach. Nach dem CREB-Track sind wir mit Brett (aka Rastaman) und Chloe am Wonga Beach gelandet und haben dort auf dem Campingplatz den Altersschnitt rapide gesenkt – war trotzdem super dort, vor allem der lange Palmenstrand, an dem man toll spazieren gehen konnte.DSC04539_WongaBeach_3 Von dort aus haben Chrissie und ich uns dann in den Daintree Nationalpark aufgemacht. Bevor die Strasse durch den ältesten Regenwald der Welt führt, mussten wir erst eine Fähre nehmen. Lustig, denn zwei Tage vorher haben wir exakt den selben Fluss ein paar Kilometer flussaufwärts mit dem Auto durchfahren. Aber an dieser Stelle war’s wohl doch etwas tiefer.DSC04540_DaintreeFähre_3DSC04547_Daintree_2Der Daintree ist ein regelrechter Dschungel, es ist grün, grün und nochmal grün! Und auf einem Spaziergang durch diesen Urwald sieht man riesengrosse, quietschgrüne und ungewöhnliche Pflanzen. Besonders die Bäume sind definitiv höher als im Sihlwald ;-) DSC04547_Daintree_6DSC04547_Daintree_7Am Cape Tribulation haben wir uns dann auch in bester Tarzan und Jane-Stimmung beim Jungle Surfing von Riesenbaum zu Riesenbaum geschwungen.DSC04555_DaintreeJungle_Surfing_1Man beachte besonders Chrissies Helm, den ihm ein leicht sadistisch veranlagter Instruktor verpasst hat. Aber wir hatten beide noch Glück! Es gab auch einen Helm mit der Aufschrift „Stiffler’s Mum“…DSC04550_DaintreeJungleSurfing So schön der Urwald im Daintree auch ist, nach ein paar Tagen hatten wir’s gesehen. Am Ende ist Grün halt eben doch einfach nur Grün und noch mehr Grün. Als Kontrastprogramm sind wir ins im Vergleich dazu geradezu mondäne Port Douglas gefahren und waren von den „Menschenmassen“ (man stelle sich eine Schweizer Kleinstadt vor…) erstmal etwas überfordert, nach so langer Zeit am Ende der Welt. DSC04565_PortDouglasAn die Annehmlichkeiten von Cafés und Restaurants konnten wir uns allerdings doch recht schnell wieder gewöhnen…DSC04569_PortDouglas Kurz haben wir danach mal die Küste verlassen und sind über die Hügel nach Kuranda gefahren. Kuranda ist normalerweise ein beliebtes Ausflugsziel von Cairns aus.DSC04585_KurandaDie meisten Leute kommen dort entweder mit der historischen Scenic Railway oder der supermodernen Gondelbahn (wie im Skigebiet!) an. DSC04575_Kuranda_2Als wir dort um kurz vor drei am Nachmittag angekommen sind, hatten wir aber das Gefühl in einer Geisterstadt gelandet zu sein. Die Gondelbahn wurde gerade gewartet und deshalb hatte praktisch alles geschlossen… Also sind wir doch wieder an die Küste gefahren und eher zufällig in Palm Cove gelandet – hier haben wir auch Chloe und Brett (mal wieder!) getroffen.DSC04589_PalmCoveEndlich konnten wir auch wieder im Meer baden – die Krokodilgefahr ist hier nur noch minimal, wir haben entschieden, dass das als Argument für eine Runde Schwimmen ausreicht.DSC04589_PalmCove_1Das Bad wurde dann am Abend mit einer Flasche Veuve Cliquot gebührend gefeiert, hat schliesslich lang genug gedauert, bis die Kroks uns endlich wieder das Meer überlassen haben.DSC04589_PalmCove_7Palm Cove ist bisher einer unserer Lieblingsorte – ein kleines Städtchen mit langer Uferpromenade,  auf der einen Seite Meer, Strand und Palmen und auf der anderen viele kleine Cafés und Restaurants. Zufällig sind Chrissie und ich am zweiten Tag im Restaurant „The Rising Sun“ gelandet und haben auf Empfehlung unserer Tischnachbarn den „Crispy fried squid“ bestellt – was für eine Offenbarung! Dieses Gericht ist definitiv das Beste, was einem Tintenfisch so passieren kann!DSC04587_PalmCoveUnd dann ist etwas geschehen, was wir so auch noch nicht erlebt haben: wir haben uns so wohl gefühlt in Palm Cove und fanden den Crispy squid so genial, dass wir insgesamt acht Nächte geblieben sind und sechsmal ins Rising Sun zum Essen gegangen sind!! DSC04593_PalmCoveAn einem Tag hat Chrissie den Squid sogar als Vor- und Hauptspeise bestellt… Und ab Tag 5 haben wir 10% Stammkundenrabatt bekommen. Nochmal sechs Besuche später hätten sie das Gericht wahrscheinlich nach uns benannt!DSC04586_PalmCoveUnsere Tintenfischorgie endete erst, als wir zu unserer nächsten Etappe aufbrechen mussten. Für die nächsten Wochen standen Sydney und die Südsee auf dem Programm. Also mussten wir vorher noch einen Grosswaschtag einlegen, unsere Koffer packen und den Inhalt unserer Kühlschranks verschenken. Die Leute auf dem Campingplatz haben sich wahrscheinlich gefragt, was zum Henker wir da veranstalten, es sah wild aus rund um unser Auto…DSC04597_PalmCoveIdefix haben wir für die nächsten Wochen in Cairns bei einem Langzeitparking abgegeben und sind als dann nach Sydney geflogen.DSC00021_SydneyDSC00022_SydneyNachdem wir Chrissie erstmal neue Schuhe besorgt haben – er hatte nur noch FlipFlops, haben ja seit Monaten nix anderes getragen – und uns in unsere wärmsten Klamotten geworfen haben, konnte unsere Touri-Tour losgehen.DSC00033_Sydney_2Ganz klassisch mussten wir natürlich die Sydney-Klassiker Opernhaus und Harbour Bridge abhaken.DSC00033_Sydney_3Wir haben uns aber auch viele andere hübsche Viertel von Sydney „erlaufen“. Besonders gut hat’s uns in Surry Hills mit den vielen Cafés, Restaurants und Läden gefallen. Unter anderem gab’s dort auch eine Bäckerei, die Brot, Gipfeli etc. im Angebot hatte, die tatsächlich mit unserer mitteleuropäischen Auffassung davon in Einklang gestanden sind! Knusprig! Und es gab Brot, das KEIN Toastbrot war… Ein Traum ging in Erfüllung – das mag jetzt für die meisten seltsam klingen, aber wer mal versucht hat, in Australien ausserhalb von Sydney etwas zu kaufen, was unserer Vorstellung von Brot nahe kommt, der weiss wovon wir reden…DSC00023_SydneyAusserdem habe ich nach über vier Monaten meine Haare mal wieder in eine Art Frisur verwandeln lassen – es ging also ungewohnt zivilisiert zu. An unserem zweiten Abend in Sydney sind wir mit der Fähre nach Manly gefahren und haben dort Andreas und Ren getroffen. Es war ein echtes Blind Date – denn wir wussten nicht viel mehr, als dass Andreas der Bruder meine Freundin Ina ist und dort seit ein paar Jahren lebt. Trotzdem wir uns also nicht kannten, hat die Chemie gleich gestimmt und wir haben einen tollen Abend zu Viert verbracht. Andreas ist fleissiger Leser unseres Blogs hier und möchte auf diesem Weg berühmt werden – et voilà!DSC00033_Sydney_9
Im Gespräch mit Andreas ist Chrissie auf das Thema „Nürnberger Rostbratwürste“ gekommen. Die kann man in Australien gemäss Andreas bei Aldi kaufen kann oder man entdeckt zufällig das „Löwenbräu“ mitten in Sydney und bestellt sich eine Portion – gleich noch mit einem Schweizer Wurstsalat dazu, wir hatten Heimweh! Ach ja: und nicht zu vergessen die Apfelschorle…DSC00033_Sydney_10In unseren ersten Wochen der Reise haben wir Sarah und Peter aus Sydney kennengelernt – wir hatten damals einen tollen gemeinsamen Dachzelt-Abend in Westaustralien. Die beiden haben uns damals eingeladen, sie in Sydney zu besuchen, was wir natürlich gern angenommen haben. Als erstes Highlight hatten sie ein Wochenende in den Blue Mountains organisiert.DSC00035_BlueMountains DSC00046_BlueMountains_23Wir hatten ein kleines Chalet mit Kamin und haben’s uns dort richtig gemütlich gemacht. Danach mussten die beiden wieder arbeiten, haben uns aber trotzdem noch weitere vier Nächte in ihrer winzigen Wohnung beherbergt. Nur Kater Max fand es nicht so toll, dass wir mitten im Wohnzimmer auf seinem Teppich gepennt haben… Als Dankeschön für die grosse Gastfreundschaft habe ich für die beiden an einem Abend gekocht. Sie mussten also nach der Arbeit einfach nur noch Platz nehmen und ich hatte endlich, endlich mal wieder eine richtige Küche zur Verfügung. Herrlich!DSC00047_SydneyEin weiteres Highlight in Sydney war der Coastal Walk, der vom berühmten Bondi Beach aus immer entlang der Küste führt. Über Klippen, durch kleine Dörfer und Buchten und Strände führt ein herrlicher Weg, den wir bei perfektem Sonnenschein sehr, sehr genossen haben.DSC00051_SydneyDSC00054_Sydney_3 Und vor ein paar Tagen haben wir wieder ein Flugzeug bestiegen und sind nun in Neukaledonien, der ersten Station unseres Südsee-Abenteuers. Bisher hatten wir völlig unsüdseemässiges Wetter und das Meer sah eher aus wie die Ostsee als die Südsee… Aber Chrissie meinte, er kontaktiert den Wettergott mal über Facebook und organisiert uns ab jetzt besseres Wetter. Aloha und bis bald, dann hoffentlich in der türkisblau-Sonnenschein-Palmen-Korallen-Version!

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Und weiter geht’s über die Buckelpiste (Bonus: Palmenstrand und Hängematte!)

Vielen Dank zunächst mal für die grosse Anteilnahme an meinem harten Schicksal – ich sag nur Old Telegraph Track… Ich kann aber alle beruhigen, ich habe mich bestens erholt und fand es so im Rückblick und mit etwas Abstand eigentlich sogar ganz lustig.

Nach überstandener Rüttelei und Tauchfahrt sind wir mit all unseren Zufalls-Reisegefährten gemeinsam ans Cape York gefahren und haben uns erst einmal ein paar Tage erholt. Dort ganz im Norden von Australien gibt es viele Campingplätze direkt am Strand, herrlich! Leider kann man im türkisblauen Meer überhaupt nicht baden, weil es hier fiese Salzwasserkrokodile gibt. Und denen muss ich also jetzt nicht unbedingt von Angesicht zu Angesicht gegenübertreten…DSC04419Auf diesem hübschen Foto sieht man Offroad-Chrissie übrigens gerade beim Mittagsschlaf… Unsere sämtlichen Versuche, einen Tag mit annähernd sauberen Fusssohlen zu überstehen, sind bisher gescheitert. Deshalb schrubben wir nur abends vorm Schlafengehen ordentlich, dazwischen müssen die kohlschwarzen Dinger halt aus dem Zelt baumeln.

Natürlich haben wir auch einen Ausflug zum „Tip“ unternommen, das ist der nördlichste Punkt des australischen Festlands – hier als Suchbild „finde das Schild“.DSC04389DSC04385

Egal wo wir am Cape York hingekommen sind, überall hatte sich unter den Campern schon herumgespochen, wie dieser Depp sein Auto im „Nolan’s Creek“ hat absaufen lassen (siehe letzter Beitrag) und vor allem, dass es darüber doch so einen coolen Film gibt… Wirklich witzig, wie schnell sich sowas rumspricht. Chrissie hat sich natürlich sehr gern als Regisseur geoutet und überreden lassen, den Film in diversen Camingplatz-Spezialvorführungen zu präsentieren. Schliesslich haben wir lediglich versprochen, ihn nicht auf YouTube zu stellen – von Live-Vorführungen war nicht die Rede ;-)

Offroad-Chrissie war nach einigen Tagen Ausspannen so relaxt, dass er erstmal das arme Auto wieder in richtig klebrigem Schlamm festfahren musste.DSC04391Natürlich mitten im Wald, wir waren allein unterwegs und die Sonne schon fast untergegangen… Die Freude war nicht ganz so meinerseits, aber Offroad-Chrissie war wieder voll im Action-Modus. Ich durfte im Auto sitzen bleiben um evtl. vorbeikommende Auto anzuhalten, Chrissie ist los marschiert, um Hilfe zu holen. Wir hatten wirklich unverschämtes Glück: trotz der späten Stunde kamen zwei Aussies vorbei und waren natürlich Feuer und Flamme dafür, uns Touris aus dem Schlamm zu zerren.DSC04400Die beiden hatten sich das ganz easy vorgestellt. Der Schlamm war aber völlig an unserem Auto festgesogen – das erste Auto, mit dem sie’s probiert haben, hat ausser dass es wie ein wilder Bulle rumgehüpft ist gar nichts bewegt.DSC04393Daraufhin sind sie losgezogen, ein stärkeres Auto mit Seilwinde besorgen. Inzwischen war’s also wirklich dunkel und die Rettungsaktion war anfangs auch mit Auto Nummer 2 komplett erfolglos, statt den Idefix aus dem Schlamm zu ziehen, hat sich das andere Auto selbst in den Schlamm gezogen, da Idefix keinen Wank machte.DSC04409Am Ende haben sie ihr Auto an einem Baum festgebunden damit es nicht weiter in den Schlamm gezogen wird, und uns dann mit der Winde in mühseliger Arbeit, kurz bevor die Winde in Rauch aufgegangen ist, rausgezogen. Chrissie fand’s unterhaltsam, die Aussies auch („it’s all part of the fun!!!“) – nur ich hab diesen Teil des Offroad-Spasses irgendwie noch immer nicht ganz begriffen.

Aber sei’s drum, seither musste niemand uns mehr irgendwo befreien!DSC04439

Am Cape York gibt es tolle Landschaften zu sehen. In der Nähe von Somerset konnten wir direkt über Strand und Dünen einen Track fahren, der uns schwer an Hawaii erinnert hat – schwarze Lava, Palmen und dazu ein richtig heftiger Wind.DSC04369DSC04375

DSC04426Vom Tip aus haben wir uns über diverse Beach-Camgrounds wieder in Richtung Süden gearbeitet. Meistens ist man auf diesen Campgrounds zwar nicht völlig allein, es verirren sich aber wirklich nur ein paar eingefleischte Offroader dorthin, ziemlich paradiesisch also.

DSC04430Ein besonderes Erlebnis war es, als eines Abends eine grosse Schildkröte aus dem Meer auf den Strand kam, um dort Eier zu legen. Wir konnten aus allernächster Nähe zuschauen, wie die Schildkröte erst mühsam ein tiefes Loch gegraben hat und dann später Eier dort gelegt und wieder zugeschaufelt hat. Die Schildkröte hat sich durch uns nicht stören lassen und wir sassen ganz still zwei Stunden daneben und haben gestaunt :-)

DSC04435Der sogenannte Frenchman’s Track hat uns 30 Kilometer in ziemlicher Einsamkeit durch den Wald geführt. Feldweg wäre auch hier eher die passende Bezeichnung gewesen… Ein paar Motorradfahrer, die uns unterwegs begegnet sind, haben uns dann den Tipp gegeben, so in etwa 10 Kilometern am blauen Ölfass rechts abzubiegen, das sei eine super Alternativroute mit einer einfacheren Flussdurchquerung. Das sind hier tatsächlich die Wegmarkierungen – die Aussies halten von Schildern jeglicher Art prinzipiell nix, auf den Tracks aber ist so gar nichts beschildert. Orientieren wir uns also am Ölfass! (Hat super geklappt!)DSC04437

„Chili Beach“ ist ein Campground, der direkt an einem wunderschönen Palmenstrand liegt – einfach Hängematte zwischen zwei Palmen hängen und aufs Meer starren, herrlich! DSC04459Dort am Chili Beach haben wir auch Brett und Chloe wieder getroffen, zwei Australier, die mit ihrem perfekt aufgemotzten „Monster“ Land Cruiser durch ihr Land touren und die wir auf dem Old Telegraph Track schon kennengelernt haben – besser bekannt ist Brett übrigens unter dem Namen „Rastaman“, den Chrissie ihm dank seiner Dreadlocks verpasst hat. Inzwischen nennt ihn sogar seine Freundin manchmal so und die Leute oben am Cape auch. Rastaman ist auf jeden Fall ein richtiger Offroad-Profi und Chrissie hat endlich einen qualifizierten Gesprächspartner. Die beiden mussten dann auch direkt am Strand zeigen, was ihre Autos nicht so alles können.DSC04468Man kann das Auto z.B. mitsamt der krähenden Freundin im 30-Grad-Winkel auf einem grossen Stein parken. Auf meine Frage hin, warum wir das genau machen, bekam ich von Chrissie folgende Antwort, die seitdem oft zitiert wird: „because we can“. Aha. Deswegen also!DSC04455Nebenbei haben die beiden Herren auch noch hochprofessionell mit der Axt Kokosnüsse für uns geöffnet und uns dann ganz Gentleman das feine Kokoswasser überlassen.

GOPR0423DSC04480DSC04486Durch den ziemlich langweiligen (ja, wir sind verwöhnt!) Lakefield Nationalpark sind wir dann in der Nähe von Cooktown am wunderschönen Elim Beach gelandet – so nah am Wasser haben wir noch nie gecampt. Und dort in der Hängematte war’s also besonders schön… Und nachts mit dem Geräusch der Wellen einzuschlafen ist unbezahlbar.IMG_4003DSC04512IMG_4016

Offroad-Chrissie hat natürlich auch dort wieder ein paar Tracks gefunden, die unbedingt bezwungen werden wollten. Nur dank seiner Abenteuerlust sind wir auch auf eine Art Klippe gelangt, von der aus wir einen Wahnsinnsblick hatten. Oben auf dem kleinen Plateau zu wenden, war eine andere Story, aber es haben ja alle heil überstanden!DSC04496DSC04500

GOPR0412In Cooktown selbst ist uns dann vor lauter Sturm nachts fast das Dachzelt um die Ohren geflogen – jedenfalls hat es sich so angehört… Dank ein paar Gläsern Wein in der örtlichen Pizzeria haben wir aber doch ein bisschen schlafen können. Am nächsten Morgen sind uns wieder Rastaman und Chloe zufällig begegnet und wir haben uns verabredet den CREB-Track zusammen zu fahren.DSC04526Der ist ähnlich anspruchsvoll wie der Old Telegraph Track, nur liegt der Reiz hier nicht im vielen Wasser, das durchquert werden muss sondern in den enorm steilen Steigungen, die es zu bezwingen gilt.GOPR0448Der Weg führt durch tiefsten Regenwald und auf Serpentinen haben die Aussies grosszügig verzichtet. Wozu auch, wenn man auch einfach schnurgerade den Berg hochfahren kann?

Wir haben insgesamt eineinhalb Tage für die circa 70 Kilometer gebraucht und Idefix ist trotz Untersetzungsgetriebe ziemlich an den Anschlag gekommen, es ist aber immer wieder beeindruckend, welche Steigungen und „Strassen“ mit einem Offroader gefahren werden können, wenn ein Neu-Profi wie Offroad-Chrissie am Steuer ist! Bis auf eine Extremsteigung, die wir dreimal versuchten haben zu bezwingen – und um die es zum Glück eine etwas weniger steile Umfahrung gab – haben Offroad-Chrissie und Idefix das wunderbar zusammen gemeistert. DSC04536Und ich hab es ohne Kreischen geschafft und es sogar manchmal genossen… Vielleicht wird das ja doch noch was mit mir und dem Offroaden!GOPR0462Als wir am anderen Ende wieder aus dem Track raus kamen, stand dort ein fettes Schild „Road Closed“ – hm, blöd nur, wenn man das Schild nur an einem Ende aufstellt… Aber egal, wir sind wunderbar durchgekommen!

GOPR0426GOPR0422Jetzt sind wir im wunderschönen Daintree Nationalpark und geniessen das viele Grün, Palmen, das Meer und auch einen Hauch Zivilisation. Dieser Teil von Australien gefällt uns bisher am allerbesten, weil im Gegensatz zu so vielen anderen Gegenden eben die Farbe Grün eine tragende Rolle spielt und nicht der allgegenwärtige Staub!GOPR0436So, wir müssen dann mal los, Strandspaziergang… ;-) DSC04444

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Exklusives Interview: Der Old Telegraph Track am Cape York!

Die letzten 7 Tage haben unsere beiden Protagonisten, Offroad-Chrissie und Julia auf dem legendären Old Telegraph Track (OTT) am Cape York verbracht. Fernweg.ch hat die beiden am Ende dieser anspruchsvollen Tour interviewt. Die ganze Wahrheit über diesen Trip jetzt hier im Exklusivinterview!

Fernweg.ch: Ihr beiden seid gerade den sagenumwobenen OTT gefahren. Wie war’s?

Offroad-Chrissie: Es war der absolute Hammer!!! Ich hab ja seit Jahren davon geträumt, diese Strecke mal selbst zu fahren und jetzt ist es endlich wahr geworden… Ich bin noch ganz geflasht!!DSC05524
Julia: Ich bin hauptsächlich froh, dass es vorbei ist! Also es gab schon ganz hübsche Orte, die wir gesehen haben. Zum Beispiel die Fruit Bat Falls oder die Twin Falls. Aber: insgesamt mussten wir 16 für mein Nervenkostüm schwer auszuhaltende Flüsse durchqueren und ich dachte mehr als einmal, dass es das jetzt dann war mit unserer Reise…

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F: Moment, das klingt ja, als hättet ihr zwei verschiedene Touren gemacht! Das müssen wir näher wissen. Christoph, was genau war denn so toll?

O-C: Ja, wo soll ich da anfangen… Der OTT wird nur von wenigen Leuten tatsächlich gefahren, weil es wirklich eine schwierige Strecke ist, die nur per Allradfahrzeug zu bewältigen ist. Und ich hab mich gefreut, jetzt, wo ich mit Idefix schon ganz gut vertraut bin, das selbst zu fahren. Die Strecke führt auf über 100 Kilometern mehr oder weniger einspurig durch den Wald und wurde 1887 angelegt, als die erste Telegrafenleitung ans Cape York gezogen wurde. Es ist wirklich mehr ein Track als im herkömmlichen Sinn eine Strasse.DSC06192
J (mit leicht panischer Stimme): Es ist ein verdammter Feldweg, voll mit Löchern, ausgewaschenen Stellen und praktisch unpassierbar steilen Abhängen und tiefen Flüssen!!!DSC04260_CapeYork
O-C: Ach so ein Quatsch, sie übertreibt masslos… Fakt ist einfach, dass sie die ängstlichste und grundlos panischste Beifahrerin für einen echten Offroader wie mich ist!
(J. funkelt O-C wütend an)
O-C: Also, der Reiz liegt genau da, wo Julia die Probleme sieht. Das Auto muss ziemlich oft durch kleine Flüsse. Manche sind sehr tief, andere eher flach, haben dafür viele tiefe Löcher im steinigen Flussbett, bei anderen muss man richtig steil am Ufer des Flusses runterfahren… Dazu kommt, dass wir ja nicht allein waren.DSC06312
J: Stimmt, zum Glück waren wir insgesamt mit vier Autos unterwegs, eins davon wieder das von Nicky und Roy, ausserdem noch zwei australische Pärchen mit ihren 4×4-Gefährten. Vor allem die anderen Frauen hatten wenigstens Verständnis für mich und haben sich angesichts grauenhaft steiler, löchriger Abhänge und supertiefer Flüsse auch gefragt, wo genau eigentlich der Spassfaktor hier liegt. Ich meine, ein Auto ist kein Boot und auch kein Klettergerät, oder???DSC06224
O-C: Also echt, ich hab doch den Idefix unfallfrei und supereasy überall runter und durch gebracht. Und ein echter 4×4-Instruktor hat mir sogar bestätigt, dass ich’s echt drauf hab mit dem Offroaden!DSC04256_CapeYork

F: Puh, das klingt ja spannend und hat sicher auch auf der Strecke zu einigen Diskussionen geführt, oder?

J: Ja, allerdings. Keine Angst, wir lieben uns immer noch heiss und innig, aber zwischendurch hatte ich also schon Fluchtreflexe. Ich meine, es gibt eine wunderbare, breite und vor allem regelmässig gewartete Strecke hoch zum Cape, warum genau müssen wir dann über diese Rumpelpiste hoppeln und unser Auto aufs Spiel setzen??? Irgendwie fehlt mir glaub das Offroad-Gen.
O-C: Ganz am Anfang, gleich an der ersten Flussüberquerung hat Julia direkt angefangen zu zetern, dass das nicht machbar ist etc. Sie hat dann zwar gesehen, dass es sehr wohl ging, war aber immer noch nicht von meinen Fahrkünsten überzeugt. Im weiteren Verlauf der Strecke wurde sie zwar routinierter im Umgang mit ihrer Panik, hat aber trotzdem vor jedem anspruchsvollen Stück das Gesicht verzogen… Aber sie hat mich immerhin machen lassen!DSC04251_CapeYorkDSC04287

F: Okay, das heisst, am Ende habt ihr alle Flüsse und Wasserlöcher unfallfrei durchquert?DSC04262_CapeYork

O-C: Fast! Den berüchtigten “Gunshot-Creek” hat niemand aus unserer Gruppe gemacht. Wer nicht versteht warum, soll das mal bei YouTube eingeben… Da wurde es mir also auch anders beim Anblick dieser steilen Abfahrt und dem Schlamm unten… Sind wir also aussenrum gefahren. Ja und leider durfte (!) ich auch den letzten Creek – “Nolan’s Brook” – nicht machen. Julia ist da echt geflippt. Sah auf den ersten Blick gar nicht schlimm aus, es hatten uns aber wirklich alle auf der Strecke davor gewarnt!
J: Ja, aus gutem Grund! Dieses Jahr sind bereits 45 Autos dort abgesoffen – Totalschaden!!!
O-C: Jaaaaa, aber die hatten’s ja auch nicht drauf! Ich hätte das easy geschafft!
J: Man muss sich das so vorstellen: Das ist ein Fluss, der an sich sehr harmlos aussieht. Leider ist das fiese Ding aber an einigen Stellen sautief – so etwa bis Brusthöhe!!! – und hat als zusätzliches Feature auch noch ganz weichen Sand am Grund. Es gibt also gleich mehrere Möglichkeiten, sein Auto dort zu versenken, am beliebtesten sind: das Auto fängt an zu Schwimmen oder man fährt sich im Sand fest. Und in beiden Varianten säuft dann im wahrsten Sinne des Wortes irgendwann der Motor ab. Also meistens schweigt er dann für immer…P1070163

F: Uhi, das klingt ja wirklich gefährlich! Und da wolltest du durch, Christoph?

O-C: Klar – man muss nur wissen wie! Reifendruck reduzieren, Motorhaube mit einer Plane schützen und dann schön langsam an genau der richtigen Stelle durchfahren. So wie Roy und Doug aus unserer Gruppe auch!
J: Möglich, aber mir war das Risiko einfach zu gross! Das einzig dumme war, dass wir, weil ich ja da nicht durch wollte, wieder umdrehen mussten und die letzten 4 Flüsse nochmal umgekehrt durchqueren mussten, bis wir auf eine Ausweichstrasse gekommen sind. Zum Glück haben uns zwei eingefleischte australische Offroader begleitet. Denn an zwei Stellen mussten sie uns mit dem Abschleppseil hochziehen, weil wir das allein in dieser Richtung nie geschafft hätten. Und an einer Stelle musste sich der eine von beiden erst mit einer elektrischen Winde selbst an einem Baum hochziehen!!DSC04316IMG_3890DSC04322
O-C: Das war doch voll cool! Also nüchtern betrachtet war der Weg zurück viel schwieriger als einfach durch den letzten Creek durchzufahren gewesen wäre, gell Julia?!?
J: …. hm.
O-C: Das heisst ja.
J: Okay, ja…DSC04325
O-C: Naja, so hatte ich einfach 4 extra Flussüberquerungen, die ich sonst ja nicht gehabt hätte. Auch nicht übel. Wir sind dann aber später zu den anderen gestossen, die am gegenüberliegenden Flussufer schonmal das Camp aufgeschlagen hatten und stehen seither an diesem berühmten letzten Fluss. Und was wir da heute im Lauf des Tages erlebt haben ist also noch die Kirsche auf dem ganzen Abenteuer-Kuchen (strahlt übers ganze Gesicht).DSC04328

F: Habt ihr etwa grössere Dramen miterlebt??

J: Das kann man wohl sagen!
O-C: Also erstmal sind ein paar Offroad-Cracks problemlos durchgekommen und Jules musste zugeben, dass wir das auch easy hätten machen können.
J: … grmpf.
O-C: Aber wir sind auch Zeuge grosser Dummheiten geworden. Also sehr geil war ein winziger Suzuki, der in den Fluss reingefahren ist und dann sofort angefangen hat im Wasser zu treiben. War wohl zu leicht das Ding. Wir konnten ihn aber rüberschubsen. Dummerweise war das Auto aber zu lang mit dem Motor unter Wasser, der Motor ist einfach ausgegangen und am Schluss musste das Auto rausgezogen werden. Inzwischen läuft der Motor wieder, ich konnte meine alten Automechanikerfähigkeiten nochmal einsetzen.P1070168
J: Ein echter Held!
O-C: Dem zweiten Trottel war aber echt nicht mehr zu helfen!
J: Ja, da hab sogar ich vorher gesehen, dass das schief gehen wird. Es war ein Typ mit einem Anhänger (!), der einfach hier angefahren kam, kurz gekuckt hat und dann einfach reingefahren ist. Also nix mit Plane, Reifendruck, Lage peilen…
O-C: Genau, der war einfach zu dämlich! Jedenfalls ist er mitten im Fluss einfach im Sand stecken geblieben und amtlich abgesoffen. Er hatte noch nicht einmal ein Notfallseil parat gemacht, das musste also erst gesucht werden. Und als dann Minuten später endlich jemand sein Auto zur Verfügung gestellt hat um ihn rauszuziehen, sass der Kerl schon bis zum Bauchnabel im Wasser.
J: Und jetzt sitzt er immer noch hier auf dem Campground und trocknet all seine Habseligkeiten. Und ob der Motor je wieder laufen wird, darf also angezweifelt werden…Chrissie hat auch einen recht coolen kleinen Film gemacht über dieses Absauf-Drama. Der ist allerdings für den Besitzer des Autos so peinlich, dass er im Giftschrank bleiben muss. Sorry!

F: Wow, Action!

O-C: Sag ich ja, der Hammer!
J: Sag ich ja, gut isses jetzt vorbei!DSC04352

F: Danke für dieses sehr aufschlussreiche Interview! Auf was dürfen wir uns als nächstes freuen?

J: Auf einen mehrtägigen Shoppingtrip, bei dem Christoph brav mitkommt und klaglos meine Tüten schleppt!
O-C: Ähm… Öhhhh. Also da reden wir aber nochmal drüber…DSC04350

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Ferien von den Ferien, gutes Essen und viel Wasser

Wir Camping-Weicheier haben, wie letztes Mal angekündigt, nach knapp zwei Monaten Dachzelt ganz dringend Ferien von den Ferien gebraucht… Zum Glück ist Bali von Darwin nur etwas mehr als zwei Flugstunden entfernt, wir konnten den kleinen Umweg also vor uns selbst grade noch so rechtfertigen. DSC04053_BaliInsgesamt waren wir zehn Tage auf Bali,  5 davon ganz im Süden der Insel (Uluwatu) in einer Villa und 5 davon in der Nähe von Seminyak in einem kleinen Hotel.

Die Villa haben wir ein paar Stunden vor Abflug zufällig im Internet entdeckt und wir hatten extremes Glück. Eine riesige Villa auf zwei Stockwerken mit Pool und Meerblick ganz für uns allein.DSC04052_6_BaliDie meiste Zeit haben wir dann auch erstmal schlafend verbracht, wir mussten uns dringend von unserer eher unterdurchschnittlich ergonomischen Campingmatratze erholen. Und wir haben es uns gut gehen lassen – Sonnenuntergang kucken mit Cocktails und Megablick aufs Meer von einer Klippe aus,DSC04062_BaliDSC04065_Baliein luxuriöser Strandtag in Finn’s Beachclub mit Megawellen (man fährt mit einer Standseilbahn die Klippen hinunter zu einer kleinen versteckten Bucht und lässt sich dann den ganzen Tag bedienen…),DSC04077_3_BaliDSC04077_Bali DSC04079_BaliDSC04090_Balidiversen MassagenDSC04114_Baliund viel, viel gutes Essen.

Zufällig war eine Freundin von Christoph auch auf Bali und hat uns in das peruanische Restaurant ihrer Tochter geschleppt – bestes Essen seit Monaten und das zu balinesischen Schnäppchenpreisen! Leider waren wir derart damit beschäftigt, die Speisekarte rauf und runter zu kosten, dass wir keine Fotos gemacht haben – es sei aber erwähnt, dieser Geheimtipp heisst Olas Warung. Und was in Zürich fehlt ist definitiv ein peruanisches Restaurant!

Mit einem Fahrer haben wir an einem Tag einen Ausflug nach Ubud gemacht – hauptsächlich standen wir allerdings im Stau, da das ehemals beschauliche Ubud inzwischen völlig überlaufen ist.DSC04099_BaliDie Balinesen haben verstanden, dass sich mit fast allem Geld verdienen lässt. Wenn man zum Beispiel ein Tal mit besonders schönen Reisterrassen anschauen möchte, verlangt ein Posten am Strassenrand „Eintritt“…DSC04103_BaliDSC04101_Bali

Die zweite Hälfte der Ferien-Ferien haben wir dann in einem französisch geführten Hotel verbracht. War nach der Villa, die wir ja ganz für uns allein hatten, eine echte Umstellung.  Dafür gab’s Frühstück auf unserer eigenen Terrasse, viele Daybeds zum Relaxen und einen Fahrerservice nach Seminyak.DSC04117_Bali

In diesem Örtchen gibt es zahllose Shops, Cafés und Restaurants, die wir auf fleissig frequentiert haben. DSC04122_BaliDSC04130_BaliVor allem ein Restaurant hatte es uns angetan (Le Bistrot), wir mussten gleich zweimal innerhalb von 24 Stunden hin um Seezunge und Crème brûlée zu essen. DSC04131_Bali(Komischerweise haben wir seither das Gefühl, dass die Hosen nicht mehr ganz so locker sitzen – unerklärlich!)

Leider war der staubfreie Spass nach 10 Tagen schon wieder vorbei und wir sind seither wieder back on the road. Von Darwin aus ging es für uns innerhalb von 6 Tagen 2‘100 km hauptsächlich über Schotterpisten den Savannah Way entlang bis zum Beginn des Cape York. Australien hat uns die Umstellung aber wieder leicht gemacht.DSC04135_LimmenNPDSC04208_SavannahWay

Erstes Highlight waren die Bitter Springs. DSC04131_1_BitterSpringsDas ist eine warme Quelle mitten in einem Wäldchen, die dann in einem badewannenwarmen Flüsschen 200m an Palmen vorbei führt. Man kann sich einfach mit der sanften Strömung mitziehen lassen. Und wir hatten früh am Morgen auch noch das Glück, dass wir ganz allein dort waren und ausserdem ein Känguru am Ufer seelenruhig gefrühstückt hat. Wir wollten gar nicht mehr raus aus dem glasklaren Wasser!DSC04131_4_BitterSpringsUnd liebes Ex-Team: wie ihr seht, denke ich dank unauffällig bedruckter Wasserbälle ziemlich oft an euch ;-)

Auch im Busch verzichten wir übrigens nicht auf anständiges Essen. Mittags werden hinten auf dem Trittbrett 1a Sandwiches produziert und abends kochen wir im Schein der Kopflämpchen.DSC04131_LimmenNPDSC04135_1_LimmenNPChrissie spart auf diesem Foto übrigens kein Geschirr sondern sorgt einfach nur dafür, dass auch garantiert kein Rest übrig bleibt!

Als nächstes ging es durch den abgelegenen Limmen National Park. Wir waren manchmal stundenlang völlig allein auf der Strasse unterwegs – im Gegensatz zu anderen Gegenden war es hier wirklich einsam und überhaupt nicht überlaufen. So waren wir auch die einzigen, die in den Butterfly Springs mit Hunderten Schmetterlingen gebadet haben, wunderschön!DSC04167_LimmenNPDSC04169_LimmenNP

Auf den ungeteerten Strassen ist vor allem eines im Überfluss vorhanden: Staub! Besonders eindrücklich immer dann zu sehen, wenn ein Roadtrain entgegenkommt und die Strasse in einen undurchdringlichen Nebel taucht. Wir halten inzwischen einfach an, kucken uns das Schauspiel an und warten ab bis der Staub sich wieder legt.DSC04177_2_SavannahWayDSC04181_SavannahWayDSC04172_LimmenNPVon der Einsamkeit und Abgelegenheit profitiert vor allem der Sternenhimmel – wir konnten jeden Abend die Milchstrasse und unglaublich viele Sternschnuppen beobachten. Oft haben wir einfach irgendwo wild gecampt, ein Feuerchen angemacht und den vielen Geräuschen gelauscht, die es im vermeintlichen Nichts so gibt.DSC04188_SavannahWayDSC04223_SavannahWay

Nach einer weiteren Runde Vorrats-Tetris haben wir uns nun auf den Weg in Richtung Cape York gemacht. DSC04225_SavannahWayNoch stehen wir ganz am Anfang, haben aber schon einen Vorgeschmack darauf bekommen, dass unser Idefix ziemlich oft nasse Füsse bekommen wird.DSC04229_CapeYorkEine Flussüberquerung folgt auf die Nächste. Dort sind aber auch immer tolle Plätze zum Campen.DSC04236_CapeYork

Gestern haben wir auch Nicole, Roy und den kleinen Kevin wieder getroffen und nehmen jetzt gemeinsam die anspruchsvolle Strecke bis ganz zum Cape in Angriff. Hoffentlich müssen uns die anderen nicht wieder aus irgendeiner misslichen Lage „retten“…

Das Funkloch wird uns vermutlich demnächst wieder verschlingen, bis bald also!                            DSC04244_CapeYork

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Purnululu, Kakadu und die Staubkrise

Wir hatten ja letztes Mal erzählt, dass wir Kununurras Supermärkte geplündert und beide Autos wieder voll beladen haben. Hier dazu auch noch Beweisbilder, wie wir mit Hilfe unserer Tetris-Kenntnisse anschliessend alles in den Autos unterbringen…DSC04015_KatherineDSC03973_KununurraJedes Mal denken wir, dass es diesmal also sicher nicht mehr passen wird und jedes Mal klappt’s doch irgendwie.

Mit unseren voll bepackten Autos ging’s dann also in den Purnululu Nationalpark, vielen auch bekannt als Bungle Bungle.DSC03994_Purnululu_2Mal wieder gab’s tolle Felsformationen und Schluchten zu bewundern, dieses Mal aber in der trockenen Variante, das heisst es gab keine Abkühlung in Form von Wasserlöchern oder Wasserfällen.

DSC03980_Purnululu_1 DSC03980_Purnululu_6 DSC03989_PurnululuWieder dabei waren auch Nicky, Roy und der kleine Kevin, der am bequemsten überall hin kommt, weil er gemütlich auf Mamas oder Papas Rücken hin getragen wird (Neid!).DSC03980_Purnululu_9Die Bungle Bungle-Formation war natürlich das Highlight – diese Felsen sehen aus wie sehr, sehr überdimensionierte Bienenkörbe und kommen vor allem gegen Abend, wenn die Sonne tiefer steht, toll zur Geltung.

DSC04007_Purnululu_3DSC04007_Purnululu_21Chrissie, der nicht nur als Offroad-Chrissie sondern auch als Dröhneli-Chrissie bekannt ist, hat seine Flugdrohne auch mal wieder aus dem Koffer geholt. Er hat herausgefunden, dass sie fertig montiert wunderbar auf den Rucksack passt und seitdem sieht sie öfter das Tageslicht. DSC04007_PurnululuRoy ist inzwischen ein geübter Fluglotse und Dröhneli-Assistent – der Handstart und die Handlandung klappen tiptop. DSC04007_Purnululu_13DSC03994_Purnululu_6Noch schlimmer als im Karajini-Park hat uns aber hier nachts die Kälte erwischt. Wieder kam meine Strickmütze zum Einsatz, zusammen mit sämtlichen verfügbaren Kleidungsstücken und Decken. Als Roy in seinem Landcruiser dann auch noch ganz dreist die Standheizung angeworfen hat, wurde unser Neid auf das Supergefährt noch einmal etwas grösser…DSC04004_Purnululu_1_1Ansonsten machen sich Idefix und Gandalf sehr gut nebeneinander, wie sie da so einträchtig stehen. DSC04004_Purnululu_2Der, dem der viele Staub am wenigsten auszumachen scheint, ist Klein-Kevin. Völlig unbeeindruckt spielt er bevorzugt genau da, wo’s am dreckigsten ist und natürlich dann, wenn er grade frisch angezogen ist. Vielleicht möchte er sich aber auch einfach nur chamäleonmässig tarnen, um weniger aufzufallen in seiner staubigen Umgebung ;-) DSC04004_Purnululu_1

Nach dem Purnululu haben wir uns in Richtung Nordosten auf den Weg gemacht und zum ersten Mal den Bundesstaat Westaustralien verlassen. Schon irre, man kann monatelang und über X Tausend Kilometer unterwegs sein und ist immer im gleichen Bundesstaat – das soll in der Schweiz mal einer ausprobieren! DSC04009_GrenzeNTMit dem neuen Bundesstaat Northern Territory wurden auch die Termitenhügel noch grösser. Die Dinger waren auch vorher schon ziemlich beeindruckend, aber jetzt sind sie teilweise drei oder sogar vier Meter hoch! Und in manchen Gegenden stehen sie dicht an dicht nebeneinander, sieht ein bisschen aus wie Termiten-Manhattan. DSC04019_KakaduDer grösste Nationalpark hier ist der Kakadu Nationalpark. Während der Sommermonate ist hier alles knallgrün und in weiten Teilen überflutet. Jetzt im Winter ist es trocken, heiss und ziemlich staubig. Ausser an einigen Stellen, wie z.B. am Yellow Water – hier ist das ganze Jahr über eine Art sumpfige Seenlandschaft. DSC04026_Kakadu_6 DSC04026_Kakadu_1 DSC04026_Kakadu_7Ausserdem gibt es hier viele Stellen, die für die Aborigines kulturell bedeutsam sind. Besonders schön war die Aussicht von einem Felsen in Ubirr. DSC04037_Kakadu DSC04037_Kakadu_10DSC04037_Kakadu_13 DSC04037_Kakadu_8Endlich haben wir auch unsere ersten Salzwasserkrokodile zu Gesicht bekommen! DSC04050_KakaduDSC04046_KakaduDas sind jetzt nicht die besten Fotos der Welt, aber vielleicht kann man erahnen, dass es wirklich richtig grosse Tiere waren! Auf unserer Aussichtsplattform über dem Fluss waren wir aber in Sicherheit, nur für den Fall dass eine unserer Mütter jetzt grade Schnappatmung hat!

Vielleicht merkt man es unserem Bericht an – wir haben gerade ein bisschen die Staubkrise und einen kleinen Hänger. Irgendwie ist die Staub-Nichts-Fels-Schlucht-Wasserloch-Schotterpisten-Kombi jetzt durch und wir brauchen einen Szenenwechsel. Deshalb machen sich Chrissie und ich in den nächsten Tagen hier von Darwin aus auch auf den Weg nach Bali – eine Runde Ferien von den Ferien nehmen :-)

Und danach geht es ab nach Queensland an die Ostküste, da gibt’s dann auch eine andere Landschaft zu sehen und vor allem mal ein bisschen Leben in Form von Städtchen, Cafés, Restaurants etc… Und vielleicht treffen wird dort auch unsere drei Reisegefährten der letzten 4 Wochen wieder, schön wär’s! Dann könnten wir weiter zusammen Brot backen, Dummschwätzen und uns gegenseitig bekochen.

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